Die Ambulanz mit dem Ball unterm Arm

17. April 2003, 20:10
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Weber und Konsel als fliegende Trainer

Wien - "Ich brauche keine Diagnose machen, ich weiss eh, was los ist." Heribert Weber hat Rapid in Pasching untergehen gesehen, das Grenzerlebnis hat ihn wohl in seinem Entschluss bestärkt, gemeinsam mit seinem Ex-Kollegen bei Rapid, dem Tormann Michael Konsel, eine Firma namens "pro.impuls" aufzumachen. Die beiden Ex-Stars bieten allen am Fußball Interessierten, vom Buben, dem der Papa was Gutes tun will über vertragslose Profis bis zu Scouting, Camps und Workshops ihre Dienste an. "Professionelles mobiles Fußball-Coaching" nennt sich die Idee, sie versteht sich als Beratung und fußt auf der Erkenntnis, dass "im Amateurbereich viele Menschen unheimliche Freude am Fußball haben", die freilich im Profibereich manchmal unsichtbar sei.

Michael Konsel betreibt seit Jahren Nachwuchscamps. Diese Bewegung schloss eine Verbindung zwischen dem intakten Feld des (gehobenen) Freizeit-Fußballs und der - sportlich kränkelnden - Profi-Welt. Konsel: "Die Rahmenbedingungen haben sich aufgrund des steigenden Kapitals sehr verbessert, ich glaube, dass dabei auf die Fußballer vergessen wurde."

Zwar habe sich der Schwerpunkt der (ÖFB-)Nachwuchsarbeit von der Forcierung physischer Vorzüge zugunsten der technisch-taktischen Komponente verschoben, aber noch immer leide der Fußball an einem Know-How-Defizit. Diese Nische wollen Konsel-Weber als Markt erobern.

Natürlich ist "pro.impuls" auch ein Starvehikel zweier derzeit unterbeschäftiger Ex-Profis, aber ihre Analyse ist durchaus zutreffend. Nur mit dem Männer-Schachern der Manager wollen sie nichts zu tun haben. Konsel: "In anderen Branchen ist personal coaching längst Standard, warum im Fußball nicht?" (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 18. April 2003, josko)

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