Spar-Aktion hat rechtliches Nachspiel

17. April 2003, 20:20
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Supermarktkette will Rechnung für Gmundner Keramik nicht bezahlen -Zypriotischer Zwischenhändler droht mit Klage

Wien - Im Streit um die missglückte Interspar-Osteraktion mit Gmundner Keramik haben nun die Anwälte das Wort. Wie das "WirtschaftsBlatt" in seiner Freitagausgabe berichtet, hat die Supermarktkette die Ware bei ihrem Zwischenhändler bisher nicht bezahlt. Statt dessen will Spar vor allem wegen des vorzeitigen Endes der Billig-Aktion am vergangenen Montag gegen den Kaufpreis einen Schadenersatz in Höhe von 308.000 Euro geltend machen.

Die angesprochene Handelsfirma Intersallina Trading Limited mit Sitz in Zypern poche dagegen auf die volle Begleichung der Rechnung. Der Kaufpreis betrage inklusive Umsatzsteuer 588.000 Euro, heißt es weiter. Werde das Geld nicht bis 30. April überwiesen, werde geklagt, so Christian Nordberg von der Kanzlei Hule & Heinke, der die zypriotische Firma vertritt.

Laut WirtschaftsBlatt gibt es zwei Knackpunkte. Zum Einen gehe es um die Qualität der knapp 200.000 Teller und Tassen. Spar habe vertraglich fixiert, dass die Bestellung nur dann gültig sei, wenn es sich um Ware erster Wahl handle. Mittlerweile seien aber Unterlagen aufgetaucht, in denen die Keramik als zweite Wahl deklariert werde.

Der zweite Streitpunkt betreffe den Verkauf des Geschirrs. Laut der Gmundner Keramik Manufaktur hätte die Ware, die bei Interspar aufgetaucht ist, über eine Beiruter Firma in den Libanon gehen sollen. Der Re-Import in die EU sei verboten gewesen. Wie die Intersallina Trading Limited zu der Keramik gekommen sei, erachten die Spar-Anwälte "als - salopp gesprochen - abenteuerlich". Laut Nordberg könne von einem Re-Import ohnehin nicht gesprochen werden, denn "das Geschirr wurde von Deutschland nach Österreich geliefert und hat die EU nie verlassen." (APA)

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    Gmundner Keramik im Brennpunkt

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