"Wird schon noch werden"

17. April 2003, 20:07
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Alexander Wurz, dritter McLaren-Mercedes-Pilot im dritten Jahr, über seinen Anteil an der Beschleunigung des Teams und seine Zukunftshoffnung, das Rennfahren

Imola/Wien - Jordan-Ford-Fahrer Giancarlo Fisichella, der ehemalige Kollege von Alexander Wurz bei Benetton, erhielt gestern in Imola das Häferl, welches ihm für den nachträglich zuerkannten Sieg beim Abbruch-GP von Brasilien gebührt. Kimi Räikkönen hatte sich nur kurz über seinen vermeintlich zweiten Sieg gefreut, McLaren-Mercedes (39 Punkte) führt nach drei Rennen und vor dem Ferrari-Heimspiel in Imola (Sonntag, 14, ORF 1, RTL, Premiere) in der Konstrukreurs-WM dennoch deutlich vor Renault (23). In der Fahrer-WM liegt Räikkönen (24) vor seinem Kollegen David Coulthard (15).

30.000 Testkilometer im Jahr

"Ein großer Erfolg auch für das Testteam", sagt Wurz (29). Derzeit ist McLaren mit dem 17 B unterwegs, einer modifizierten Form des Vorjahrsautos, das auf den Namen 17 A gehört hat. Und am meisten ist Wurz unterwegs, er kommt auf so viele Kilometer wie Räikkönen und Coulthard zusammen. "30.000 waren es im vergangenen Jahr, heuer seit Jänner waren es bisher 14.000, es werden mehr als im Vorjahr werden." Keine Rennkilometer allerdings, sondern Testkilometer ohne andere aggressive Verkehrsteilnehmer, in denen es etwa darum geht, das Zusammenspiel zwischen Reifen und Chassis zu optimieren. "Ich bringe die Reifen näher zum Auto und das Auto näher zu den Reifen."

Hie und da Cockpit-Gespräche

Wurz freut's naturgemäß, dass der McLaren gegenwärtig der schnellste Renner ist. Denn dies stärke seine Position bei eventuellen Verhandlungen um ein Cockpit. Hie und da gebe es Gespräche, sein Vertrag als dritter Mc-Laren-Pilot läuft allerdings noch drei weitere Jahre, doch im Falle einer konkreten Chance könne man sicherlich drüber reden. Wurzens einziger Stockerlplatz datiert aus 1997 (3. in Silverstone), als er Gerhard Berger im Benetton für drei Rennen ersetzte.

Wurz rechnet mit Ferrari-Steigerung

In der WM rechnet Wurz durchaus noch mit Ferrari, "die werden in Europa sicherlich stärker sein", auch mit BMW-Williams. Der aktuelle McLaren habe seine Grenzen. So in zwei Wochen werde das neue Modell fertig sein, der 18 A, der sein Können bisher nur im Computer und im Windkanal gezeigt hat, "und zwischen Simulation und Praxis besteht oft ein großer Unterschied."

"Alles ist neu"

Der 18 A sei kein modifizierter 17er mehr, sondern mit komplett neuer Philosophie kompromisslos aufgebaut, alles ist neu, der Motor, das Getriebe, die Aufhängungen. "Die Daten sind vielversprechend", sagt Wurz, der drauf schauen wird, dass sie auch in der Praxis bestehen. Er glaubt, dass der Renner Mitte Juni beim GP von Kanada einsatzfähig ist. Der neue Ferrai könnte schon beim GP von Österreich (18. Mai) so weit sein. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 18. April 2003, Benno Zelsacher)

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    Alexander Wurz, fleißig am Testen

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