April-Tief über Wiens Börse

17. April 2003, 19:58
posten

Karwoche im Zeichen von Kursverlusten und Gewinnmitnahmen - Nach Ostern könnte jedoch wieder die Sonne scheinen

Wien - Die Karwoche hat der Wiener Börse Kursverluste beschert. In einem freundlichen Umfeld fiel der ATX, der Index der wichtigsten heimischen Aktien, im Wochenvergleich um 1,9 Prozent auf 1.177,54 Punkte. "Wenn es international anspringt, fehlt uns das Geld aus dem Ausland", klagte ein Analyst einer Wiener Großbank am Gründonnerstag. Den Leitindex belasteten primär die schwer gewichteten Aktien von Erste Bank und OMV.

Für die kommende Woche, in der wie in der abgelaufenen Woche wegen Ostern ebenfalls ein Handelstag (Montag) wegfällt, rechnen Börsenexperten der Erste Bank mit einer ATX-Bandbreite zwischen 1.160 und 1.190 Punkten. Der Schluss-Stand sollte jedoch "eher am oberen Ende liegen", hieß es zur APA, zumal die zu erwartenden internationalen Vorgaben - vor allem aus Deutschland - nicht schlecht sein dürften. An Unternehmensnachrichten stehen am Mittwoch die endgültigen Geschäftszahlen des Kartonherstellers Mayr-Melnhof für 2002 an.

Erste und OMV unter Druck

Unter Druck standen in dieser Woche die beiden Index-Schwergewichte Erste Bank und OMV, die mit Kursverlusten von 4,2 bzw. 4,6 Prozent den ATX etliche Punkte kosteten. Die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen muss sich im Wettbieten um die bulgarische Großsparkasse DSK in Geduld üben. Erst nach den Osterfeiertagen will die Regierung in Sofia ihre Entscheidung bekannt geben, wer im Bieterrennen zum Zug kommen soll.

Telekom Austria (TA) verloren im Wochenvergleich 0,3 Prozent an Wert. Der Schweizer Telekom-Riese Swisscom, zuvor als heißer Kandidat für einen Einstieg gehandelt, scheint nach Aussagen seines Aufsichtsratschefs an einer Beteiligung am österreichischen Ex-Monopolisten derzeit nicht interessiert zu sein.

Bieraktien fielen zurück

Zu Gewinnmitnahmen kam es bei den Bieraktien, BBAG und Brau Union fielen - nach neuen Rekordständen in der Woche davor - um 1,6 bzw. 1,7 Prozent zurück. Die Brau Union schließt wegen des rückläufigen Bierkonsums in Österreich und Westeuropa ihren Innsbrucker Produktionsstandort, das traditionsreiche "Bürgerbräu". Von der Schließung sind 47 Mitarbeiter betroffen. "Kaiser Bier" und "Adambräu" werden künftig an den beiden Braustandorten Wieselburg und Kaltenhausen produziert.

Schwach waren auch Böhler-Uddeholm, die Edelstahlaktie gab um 1,8 Prozent nach. Die Investoren-Gruppe um den Badener Rechtsanwalt Rudolf Fries hat ihre über bisher drei Gesellschaften gehaltene Sperrminorität jetzt in einer einzigen Holding gebündelt, um Dividenden künftig KESt-frei kassieren zu können. Die Fries-Gruppe ist derzeit größter Böhler-Aktionär, für Teile des zum Verkauf stehenden ÖIAG-Pakets (25 Prozent) war zuletzt Interesse bekundet worden.

AUA gegen den Trend

Gegen den Trend fester war die AUA-Aktie mit einem Wochenplus von 3,7 Prozent, obwohl der Markt zuletzt mit schlechten Nachrichten konfrontiert wurde. Die AUA Group hat im März unter den Auswirkungen des Golfkriegs und der Lungenkrankheit SARS gelitten und musste deutliche Abstriche bei den Passagier-Zahlen hinnehmen. Im ersten Quartal blieb das Fluggastaufkommen stabil. Nach dem Turnaround-Jahr 2002 rechnen die Analysten der Erste Bank für den rotweißroten Carrier heuer wieder mit Verlusten.

Gut in Szene setzen konnten sich auch BWT, die "grüne" Aktie stieg in dieser Woche um 9,6 Prozent. Der Wasseraufbereiter BWT erhöht für 2002 die Dividende nach einem stabilen Konzerngewinn um 9 Prozent auf 24 Cent pro Aktie. Im laufenden Geschäftsjahr wird angesichts voller Auftragsbücher ein besseres Jahresergebnis erwartet. (APA)

  • Artikelbild
    montage: derstandard.at
Share if you care.