Drogenkonferenz: Ringen um Resolutionen

17. April 2003, 19:53
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"Total frustriert" über die UN-Drogenpolitik zeigten sich NGOs und üben Kritik - wollen eigenen Gipfel

Wien - "Total frustriert" über die UN-Drogenpolitik zeigten sich am Donnerstag Teilnehmer einer von NGOs organisierten Expertentagung in Wien. Beim parallel stattfindenden Drogengipfel der UNO wurde bis zuletzt um gemeinsame Regelungen gerungen.

Die nichtstaatlichen Experten halten den "Krieg gegen Drogen" in seiner derzeitigen Form für gescheitert. Die Drogenkommission (CND) der Vereinten Nationen halte aber stur an überkommenen Prohibitionskonzepten fest.

Kommission selbst sei Teil des Problems

Damit sei diese Kommission selbst Teil des Problems, denn die Mitgliedstaaten haben durch internationale Verträge wenig Chancen, eigenständige Ansätze zur Drogenpolitik zu verwirklichen. Im Oktober wollen die Experten der NGOs bei einer Konferenz in Lissabon daher ein neues Vertragswerk ausarbeiten.

Die seit Dienstag in Wien tagende UN-Drogenkommission selbst dauerte länger als erwartet. Bis zuletzt wurde an den Resolutionen gearbeitet, bis Redaktionsschluss standen sie noch aus.

Ziel der Kommission ist es unter anderem, die internationalen Gesetze gegen Amphetamine zu harmonisieren, der Geldwäsche einen Riegel vorzuschieben und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Exekutive und Justiz zu verbessern. (moe, DER STANDARD Printausgabe, 18.4.2003)

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