Öl-Milliardär John Paul Getty gestorben

18. April 2003, 10:09
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Für wilde Parties, Skandale und reichlich seltsame Spenden war der Amerikaner bekannt - von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen

London - Der in den USA geborene britische Milliardär Sir John Paul Getty Jr. ist am Donnerstag im Alter von 70 Jahren gestorben. Wie sein Arzt mitteilte, starb Getty am Vormittag in einer Londoner Klinik, wo er wegen einer Lungenentzündung behandelt wurde.

Der gebürtige Amerikaner, dessen Familie Milliarden im Ölgeschäft verdiente, spendete in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 200 Mio. Dollar (183 Mio. Euro) für wohltätige Zwecke. Die Familie Getty machte vor allem in den 70er Jahren immer wieder mit Skandalen Schlagzeilen.

Spenden

Getty spendete unter anderem für die britische Nationalgalerie, für bedürftige Kinder und die konservative Partei. Außerdem zahlte er für die Rettung einer Seehund-Familie aus einem Unwetter und kaufte einem armen Konzertpianisten einen Flügel. Für seine wohltätigen Leistungen wurde er 1996 mit dem Ritterschlag der britischen Queen Elizabeth II. geehrt. Seit 1997 war er britischer Staatsbürger und durfte ein Jahr später den Titel "Sir" im Namen tragen.

Ausschweifendes Partyleben

Getty kam am 7. September 1932 als dritter von fünf Söhnen zur Welt. Nach seinem Studium in San Francisco übernahm er die Leitung der Firma Getty Oil in Rom. Nach sechs Jahren trat er jedoch wieder aus dem Unternehmen aus und machte mit einem ausschweifenden Partyleben und mit Drogenmissbrauch von sich reden. Von seiner Frau Gail ließ er sich nach elf Jahren Ehe 1967 scheiden, das Paar hat vier gemeinsame Kinder.

Gettys zweite Frau strab an Drogen in Rom

Gettys zweite Frau, das indonesische Model Talitha Pol, starb 1971 in Rom an einer Überdosis Rauschgift.

Kidnapper schnitten Gettys Sohn ein Stück Ohr ab

Im gleichen Jahr geriet die Familie erneut in die Schlagzeilen, als Gettys Sohn John Paul III. entführt wurde und fünf Monate lang in der Hand seiner Kidnapper war. Erst als diese dem Jungen ein Stück seines Ohrs abschnitten und es der Familie zuschickten, stimmte diese einer Lösegeldzahlung in Höhe von 3,4 Mio. Dollar zu. (APA)

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