Mit "Atempause" in Selbstständigkeit

17. April 2003, 19:35
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Urlaubsreisen für Menschen mit Psychiatrieerfahrung

Wien - Sie kommen aus psy^chia^trischer Behandlung, sind auf dem Wege der Besserung - aber es wäre den meisten von ihnen kaum möglich, einmal wegzufahren, sich zu entspannen. Im Gegenteil: Einige von ihnen wissen gar nicht, wie das ist, wenn man Urlaub macht. Weil sie diese Erfahrung noch nie in ihrem Leben gemacht haben.

Eine Woche Urlaub

Genau das bietet nun pro mente Wien an: Eine Woche Urlaub für Menschen mit Psychiatrieerfahrung. Unter einem Stichwort, das eigentlich schon alles sagt: "Atempause". "Wir bieten den Klienten nicht nur die Möglichkeit an, einmal aus ihren eingefahrenen Strukturen herauszukommen und neue Menschen kennen zu lernen", erläutert Christine Achs von pro mente Wien. "Es ist gleichzeitig auch ein soziales Kompetenztraining mit therapeutischer Unterstützung. Es wird selbstbestimmte Aktivität in einer nicht vertrauten Umgebung geübt." Eine Erfahrung, die auch neues Selbstbewusstsein fördern kann. Achs: "Ein paar vom Vorjahr haben uns mitgeteilt, dass sie heuer nicht mehr mitkommen. Weil sie jetzt alleine auf Urlaub fahren."

Reisekosten

Ein Angebot, das bewusst nicht gratis ist, sondern 200 bis 400 Euro kostet - dazu kommen Reisekosten sowie Taschengeld für Getränke oder Eintritte. Trotzdem kann alles nur mit der Unterstützung von Johnson&Johnson-Janssen Cilag realisiert werden. Schließlich sind bei jeder Gruppe zwei Betreuerinnen dabei. Eine mit sozial-psychiatrischer und eine mit erlebnispädagogischer Fachkompetenz.

Der erste Turnus startet im Juni und findet in Breitenbrunn am Neusiedler See statt. Es folgen zehn weitere Urlaubswochen, in Kärnten, Wien, in der Wachau oder im ungarischen Heviz.

Voraussetzungen

Voraussetzung ist, dass sich die Teilnehmer bereits in einem rehabilitativen Stadium der Behandlung befinden. Sie sollten den Alltag weitgehend selbstständig bewältigen können. Auch müssen sie eigenverantwortlich mit Medikamenten und Geld umgehen können. "Das kann aber auch schon bedeuten, dass sie bewusst das Geld den Betreuern überlassen", erläutert Achs. (Roman Freihsl, DER STANDARD Printausgabe 18.4.2003)

webtipp

www.atempause.at

Näheres bei pro mente Wien, Stichwort "Atempause": Grüng.

Tel:(01) 513 15 30 1A, 1040 Wien,

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