Stickstoff gefährdet amerikanische Wälder und Gewässer

20. April 2003, 14:28
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In Washington fehlt Geld für umfassenden Umweltschutz

Washington - Schwere Umweltschäden durch Stickstoff gehören in weiten Gebieten im Nordosten der USA zu bekannten Problemen. Nach einer neuen Studie der Hubbard Brooks Research Foundation wird sich daran in den kommenden Jahren wenig ändern, denn die gegenwärtige Regierung plant keine Maßnahmen. Betroffen sind davon, so die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins "Bioscience", nicht nur die Wälder, sondern auch die Gewässer.

Exzessive Stickstoffwerte verändern Luftqualität

Exzessive Stickstoffwerte verändern die Luftqualität, stören das Wachstum der Wälder, machen die Seen sauer und führen dazu, dass die Küstengewässer mit zu wenig Sauerstoff versorgt werden. Das Team der zwölf Forscher ist der Ursache der hohen Stickstoff-Konzentration auf den Grund gegangen. Abgase und Pflanzen, die Abwässer entgiften sind die Primärquellen von Stickstoff.

Die Abwässer in den USA sind besonders hoch mit Stickstoff belastet, der aus der Nahrung stammt. Die Wissenschaftler kritisieren in diesem Zusammenhang die Unfähigkeit der Politiker dieser Verschmutzung vorzubeugen und das Abwasser von Stickstoff zu reinigen, bevor es wieder in die Umwelt gelangt. Die Luftverschmutzung durch Autos und Kraftwerke ist eine weitere Quelle für die hohen Anteile von Stickstoff.

Dreißig-Prozent-Reduktionen

Auch hier versage die Politik völlig, argumentieren die Wissenschaftler. "Die Fortschritte sind zu klein. Die Stickstoff-Emissionen werden in den kommenden Jahren nicht verringert", so Charles Driscoll, Professor für Umwelttechnik an der Universität von Syracuse. Es sei daher kein Wunder, wenn das Problem der Stickstoff-Vergiftung schwerwiegende Folgen für die Wälder und Gewässer im Nordosten der USA habe, so der Experte. Um die Umwelt zu schonen, müssten nämlich die Werte um dreißig Prozent reduziert werden.

Extrem hohe Stickstoffwerte

Mindestens vierzehn Gewässer-Schutzgebiete im Nordosten der USA wiesen extrem hohe Stickstoffwerte auf. Dort war starkes Algenwachstum, der Verlust von Seegras-Betten, reduzierte Biodiversität und vermehrtes Fischsterben auffällig. Die US Environmental Agency schätzt die Kosten der Reduktion von Stickstoff auf mindestens dreißig Millionen Dollar, der größte Teil der Aufwendungen müsste für die Wiederaufbereitung von Abwässern getätigt werden.

"Stickstoff in Waldgebieten sind eine trickreiche Variation", erklärt Mark Castro von der Universität in Maryland. Geringe Stickstoffwerte erhöhen das Wachstum der Wälder. Erst wenn die Menge an Stickstoff zu groß wird, komme es zu Schäden. In weiten Teilen der USA verursachen auch riesige Mengen von eingebrachtem Stickstoffdünger die Gewässer. Besonders davon betroffen ist zum Beispiel die Chesapeake Bay in der Mid-Atlantic-Region. (pte)

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