Proteste gegen "Zuschauerrolle der UNO"

17. April 2003, 17:57
1 Posting

"USA und Großbritannien schützen das Erdöl, aber nicht die Museen und Bibliotheken"

Genf - Vertreter verschiedener irakischer Gruppen haben in Genf gegen die "Zuschauerrolle der UNO" im Irak protestiert. "Wir sind bestürzt über die Zuschauerrolle der UNO angesichts der humanitären Katastrophe, der Menschenrechtsverletzungen und der herablassenden Haltung gegenüber den Menschen im Irak", heißt es in einem Schreiben an UNO-Generalsekretär Kofi Annan, das die Demonstranten am Donnerstag der UNO-Menschenrechtskommission übergaben.

Die rund 100 Vertreter irakischer Gruppen wandten sich bei einer Kundgebung vor dem Sitz der Vereinten Nationen gegen die US-britische Besatzung des Irak. Sie seien bestürzt, dass von den USA und Großbritannien zwar das Erdöl geschützt werde, jedoch nicht Museen und Bibliotheken, erklärten die Demonstranten. Die Besatzungsmächte sollen alles für die Sicherheit und Stabilität des Irak unternehmen und Bedingungen für einen konstruktiven Dialog zur Einrichtung einer nationalen Übergangsregierung schaffen, forderten sie.

Von den Oppositionellen, die am vergangenen Dienstag in Nassiriyah an einem von den USA einberufnenen Treffen teilnahmen, fühlten sich die Kundgebungsteilnehmer nicht vertreten. Diese Oppositionellen seien nicht von der Bevölkerung gewählt, sondern von den USA zu Volksvertretern bestimmt worden, sagte Abdulbaki Al-Khazraji vom arabischen Kulturzentrum in Genf.

Die derzeit in Genf tagende UNO-Menschenrechtskommission will am kommenden Dienstag über einen Resolutionsentwurf abstimmen. Darin werden alle am Irak-Konflikt Beteiligten aufgerufen, die Bestimmungen der Genfer Konventionen zum Schutz der Zivilbevölkerung zu beachten. (APA/dpa/sda)

Share if you care.