TV-Moderator Raab muss Schmerzensgeld zahlen

17. April 2003, 21:59
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22.000 Euro für die Schülerin Lisa Loch nach derben Späßen im Fernsehen

Der TV-Moderator Stafan Raab muss Schmerzensgeld für seine derben Späße mit der Essener Schülerin Lisa Loch (18) zahlen. Insgesamt sollen 22.000 Euro an die Schülerin fließen, 5.000 Euro davon direkt von Raab und Raab TV. Das hat am Donnerstag das Landgericht Essen entschieden.

"Miss Rhein-Ruhr"

Raab hatte die Gymnasiastin Ende 2001 bei der Wahl zur "Miss Rhein-Ruhr" entdeckt und sie anschließend in seiner Sendung "TV Total" (ProSieben) allein auf Grund ihres Namens in die Nähe der Pornobranche gerückt. Die Schülerin hatte dem Gericht erklärt, sie sei zum Gespött ihrer Schule geworden.

"Furchtbar"

Bei einem ersten Gerichtstermin im November 2002 hatte sich Lisa Loch vor der 4. Zivilkammer des Essener Landgerichts ebenfalls bitter über die Sprüche von Stefan Raab beschwert. "Es ist einfach furchtbar", sagte sie damals unter Tränen. Alle hätten mit dem Finger auf sie gezeigt. Es habe obszöne Anrufe, Beleidigungen und Spottgesänge auf der Straße gegeben. Sie habe deshalb sogar eine Psychotherapie machen müssen.

Interviews und Auftritte

Raab-Anwalt Heiko Klatt nahm den TV-Moderator vor Gericht in Schutz. "Es war nicht die Absicht, eine Privatperson in einer Weise zu diskreditieren, dass sie darunter leidet", sagte er dem Gericht. Durch zahlreiche Interviews und Fernsehauftritte habe Lisa Loch allerdings auch mit dazu beigetragen, dass das Thema bis heute in der Öffentlichkeit geblieben sei. (APA/dpa)

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    Muss Schmerzensgeld für derbe Späße zahlen: Stefan Raab

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