BMW-Williams unter Druck

17. April 2003, 16:49
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Aerodynamik bereitet Sorgen - Berger: "Sind nicht in der Lage, Ferrari und McLaren zu gefährden"

Imola - Bei BMW-Williams soll beim Europaauftakt der Formel 1 in Imola der Knoten platzen. Ausgerechnet auf der Strecke, auf der die Münchner vor zwei Jahren mit Ralf Schumacher den ersten Sieg nach dem Comeback feierten, steht das Team am Sonntag beim Großen Preis von San Marino (14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) fast schon am Scheideweg. Nach den durchwachsenen Resultaten in den ersten drei Rennen der Saison wollen die Weiß-Blauen schnell den Anschluss an McLaren-Mercedes und Ferrari herstellen.

Sorgenkind Aerodynamik

"Nach den sehr turbulenten Rennen in Übersee wünschen wir uns einen normalen Grand Prix, ein Rennen unter repräsentativen Bedingungen, das einen unverfälschten Vergleich mit der Konkurrenz erlaubt", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen vor dem 4. von 16 WM-Läufen. Die hohen Erwartungen an den radikal neuen Williams FW25 wurden bislang nicht erfüllt. Während der rund 900 PS starke BMW-Motor P83 weiter die Messlatte der Formel 1 bildet, ist die Aerodynamik des Williams-Boliden das Sorgenkind, obwohl die Engländer unter Hochdruck immer neue Teile entwickeln.

"Testfortschritte sind wichtig"

"Ich bin überrascht, wie schnell das geht", meinte Ralf Schumacher, der sich für Imola "ein siegfähiges Auto" erhofft: "Testfortschritte sind wichtig, denn jetzt geht es nicht mehr nur darum, Ferrari einzuholen, sondern vor allem darum, McLaren daran zu hindern, den Vorsprung weiter auszubauen."

Mageres Punktekonto

Während die Silberpfeil-Piloten Kimi Räikkönen (24 Punkte) und David Coulthard (15) die WM-Wertung anführen, haben Ralf Schumacher und Juan Montoya lediglich 8 Zähler auf dem Konto, genauso viel wie der mit Pannen in die Saison gestartete Titelverteidiger Michael Schumacher.

Konkurrenz-Neuwagen noch in Garage

Das größte Problem für BMW-Williams ist allerdings, dass beide Konkurrenten ihre neuen Autos noch in der Hinterhand haben. Ferrari wird den F2003 erstmals am 5. Mai in Barcelona einsetzen, der neue Silberpfeil MP4-18 könnte am 19. Mai in Zeltweg debütieren. "Der neue Williams hat sicher nicht auf Anhieb die Leistung gebracht, die wir uns gewünscht haben. Allerdings dürfen wir noch nicht aufgeben", sagte Theissens BMW-Kollege Gerhard Berger dem Sport-Informations-Dienst sid.

Gutes Grundkonzept

"Das Grundkonzept des Autos ist nicht schlecht. Ich glaube, dass es schneller sein kann, als es im Moment ausschaut. Allerdings glaube ich nicht, dass BMW-Williams in diesem Jahr in der Lage sein wird, Ferrari und auch McLaren im Kampf um die Weltmeisterschaft ernsthaft zu gefährden", meinte Ex-Pilot Berger, der sich in diesem Jahr Schritt für Schritt von seinem Posten als BMW-Motorsportdirektor zurückziehen wird.

Messlatte Ferrari

Der WM-Favorit ist für Berger trotz des guten Saisonstarts von McLaren ("Die haben einen Super-Job gemacht") weiterhin Ferrari. "Es kommt darauf an, wie standfest und schnell das neue Auto ist, das sie bringen. Aber selbst, wenn sie mit dem alten Auto weiterfahren würden, würde ich ihnen zutrauen, die Weltmeisterschaft noch zu gewinnen", sagte der Österreicher: "Aber der neue ist schneller, wenn er auch standfest ist, dann ist Ferrari die Messlatte." (APA/sid)

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    Juan Pablo Montoya hält nach drei Rennen ebenso wie die Schumacher-Brüder und Rubens Barrichello bei acht WM-Zählern.

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