Del Ponte will Unterstützung Athens für Milosevic-Regime untersuchen

17. April 2003, 16:01
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Griechenland und Zypern sollen bei Umgehung des UNO-Embargos geholfen haben

Belgrad/Den Haag - Die Chefanklägerin des UNO-Tribunals für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien, Carla del Ponte, will nun auch die vermeintliche Unterstützung Griechenlands und Zyperns in den frühen neunziger Jahren für das Regime des ehemaligen serbischen und jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic genauer untersuchen. Es gibt Vermutungen, dass die beiden Staaten Belgrad geholfen haben sollen, das UNO-Embargo zu umgehen. Del Ponte beantragte in diesem Zusammenhang bereits ein Treffen mit dem griechischen Außenminister und EU-Ratsvorsitzenden Georgios Papandreou, berichten Belgrader Medien heute, Donnerstag.

Diese Ermittlungen dürften sich auf den ehemaligen serbischen Präsidenten Milan Milutinovic beziehen, der angeblich als Botschafter in Athen in den frühen neunziger Jahren für die Umgehung der UNO-Sanktionen gesorgt haben soll. Milutinovic hatte sich im Jänner dem UNO-Tribunal gestellt, wo er wegen Kriegsverbrechen im Kosovo zusammen mit Milosevic sowie dem einstigen jugoslawischen Vizeministerpräsidenten Nikola Sainovic und Ex-Generalstabchef Dragoljub Ojdanic angeklagt ist.

Ob die laufenden Untersuchungen von Del Ponte auch zu einer Erweiterung der Anklage gegen Milutinovic führen, ist noch unklar. Der Ex-Präsident Serbiens ist bemüht, bis zum Prozessbeginn vor dem Haager Tribunal, der ursprünglich für Herbst angesetzt ist, freigelassen zu werden. Die Anklage hat allerdings Einspruch dagegen angekündigt. (APA)

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