USA: Sicherheitslage im Irak verbessert

17. April 2003, 14:58
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Freiwillige Hilfspolizisten rekrutiert - Erste Hilfslieferungen

Kuwait/Bagdad/Rom - Die Sicherheitslage im Irak entspannt sich nach Darstellung des US-Oberkommandierenden General Tommy Franks allmählich. Die Plünderungen nähmen jeden Tag weiter ab, sagte Franks am Donnerstag in Kuwait. Allein am Mittwoch hätten sich in Bagdad 2200 Freiwillige gemeldet, um als unbewaffnete Hilfspolizisten Dienst zu versehen. Franks zeigte sich mit der Art und Weise zufrieden, wie sich die US-Soldaten nach dem Fall des irakischen Regimes verhalten hätten. Der US-General hatte Bagdad am Vortag zum ersten Mal besucht. US-Truppen haben in Bagdad nach US-Militärangaben einen Halbbruder des entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein, den früheren irakischen Geheimdienstchef und Botschafter bei der UNO in Genf, Barsan al Tikriti, gefasst.

Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen hat den ersten Hilfskonvoi seit Kriegsbeginn nach Bagdad geschickt. Ein aus 50 Lastwagen bestehender Konvoi mit insgesamt 1400 Tonnen Mehl habe am Donnerstag die jordanisch-irakische Grenze passiert, berichtete das WFP in einer in Rom veröffentlichten Erklärung. Das Bagdader schiitische Armenviertel, das früher Saddam-City hieß, ist nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) wieder mit Wasser versorgt. "Unsere Techniker haben ein von Raketen zerstörtes Wasserwerk in Stand gesetzt", sagte ein Sprecher der Hilfsorganisation am Donnerstag in Genf. Die Stromversorgung solle in den nächsten Tagen wieder hergestellt werden.

Die USA haben mit der Versorgung der irakischen Bevölkerung mit Bargeld begonnen. Wie ein US-Regierungsvertreter am Donnerstag in Kuwait mitteilte, sollen im Auftrag der US-Notenbank (Fed) mehrere Millionen Dollar an Bargeld eingeflogen werden, um die im irakischen öffentlichen Dienst Angestellten zu bezahlen. Zunächst sollten 20 Dollar je Mitarbeiter ausgezahlt werden. Im öffentlichen Dienst sind etwa 2,5 Millionen Irakis beschäftigt. Auch für den Wiederaufbau würde Bargeld benötigt. Einzelheiten wollte der US-Vertreter nicht nennen. Das Geld entnimmt die US-Notenbank eingefrorenen Irak-Guthaben und -Vermögen im Wert von 1,7 Milliarden Dollar (rund 1,56 Milliarden Euro).

Der Vorsitzende der wichtigsten schiitischen Oppositionsgruppe, des "Obersten Rates für die Islamische Revolution im Irak", Ayatollah Mohammed Bakr al Hakim, hat zu einem großen religiösen Treffen aufgerufen. Alle Schiiten sollten am kommenden Mittwoch in großer Zahl im Wallfahrtsort Kerbala südlich von Bagdad erscheinen, forderte Hakim nach Angaben des iranischen Nachrichtensenders Khabar vom Donnerstag. Nach Einschätzung von Beobachtern könnte die Veranstaltung eine der größten antiamerikanischen Demonstrationen im Irak werden. (APA/Reuters)

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