Enzyklika

17. April 2003, 14:36
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Päpstliches Rundschreiben mit verbindlichem Charakter

Vatikanstadt - Als allgemeines Rundschreiben des Papstes soll eine Enzyklika der katholischen Öffentlichkeit eine Orientierung zu aktuellen theologischen oder weltlichen Fragen bieten. Sie besitzt zwar nach dem Kirchenrecht in der Regel nicht die Autorität der Unfehlbarkeit, gilt aber als authentische Äußerung des kirchlichen Lehramts und hat als solche verbindlichen Charakter.

In ihrer heutigen Form ist die Enzyklika ein Kind des 19. Jahrhunderts. Während sich die Päpste der alten Kirche seit dem 7. Jahrhundert bei Bedarf mit einer "epistula encyclica" an die Bischöfe wandten, wurde die Enzyklika erst seit Gregor XVI. (1831) häufiger und erhielt ihre heutige Form. Seit Johannes XXIII. (1958-63) richten sich die Enzykliken bei Themen von allgemeiner Bedeutung nicht nur an Geistliche und Laien, sondern darüber hinaus auch an "alle Menschen guten Willens".

In ihrer verbindlichen Fassung ist die Enzyklika in Lateinisch verfasst, ihre Anfangsworte bestimmen zugleich ihren Titel. Eine Ausnahme bildet die Enzyklika "Mit brennender Sorge" (in Deutsch) von Pius XI. (1937) gegen den Nationalsozialismus. Einen besonders weit reichenden Einfluss hat bis heute die Enzyklika "Rerum Novarum" von Leo XIII. aus dem Jahr 1891. Dessen Nachfolger nahmen runde Jahrestage dieser Erklärung zur "Arbeiterfrage" wiederholt zum Anlass, das Verhältnis von Kirche und Gesellschaft unter dem Blickwinkel ihrer Zeit in der Form der Enzyklika neu zu behandeln. (APA/AP)

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