US-Kaderschmiede versank in P2P-Tauschwahn

17. April 2003, 14:28
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Kadetten nutzten militärische Standleitungen zum Datentausch - Verteidigungsministerium wollte Online-Rechnungen nicht mehr zahlen

Die US Naval Academy in Annapolis, Maryland, gehört nicht nur zu den Kaderschmieden der US Army, sondern war bis vor kurzem auch eine Hochburg von Tauschbörsen-Usern.

P2P-Server über militärische Standleitungen

Laut einem Artikel der "Baltimore Sun" betrieben die Kadetten in ihren Schlafsälen P2P-Server und gingen einem regen Daten-Tausch über die militärischen Hochleistungs-T3-Standleitungen nach.

Verteidigunsministerium wollte nicht mehr zahlen

Die Affäre flog auf, nachdem das US-Verteidigungsministerium sich weigerte die enormen Internet-Rechnungen der Academy nicht mehr bezahlen zu wollen. Bei einer Überprüfung fanden die Netzwerkadministratoren heraus, dass die Leitungen in Annapolis rund um die Uhr fast völlig ausgelastet waren. Die darauffolgende Razzia - sie erfolgte schon am 21. November 2002 - führte zur Beschlagnahmung von 92 Notebooks und der Androhung harter Konsequenzen.

Beweisaufnahme erledigt

Erst jetzt konnte die Beweisaufnahme abgeschlossen werden; von den 92 Verdächtigen wurden am Ende nur sieben Kadetten bestraft. Sehr zum Unmut der RIAA, die für eine strenge Bestrafung eingetreten war. Die Laptops wurden - laut Angaben der Academy - mittlerweile von allen bedenklichen Inhalten gesäubert und an die Kadetten zurückgegeben. Statt angedrohter Entlassungen gab es nur Urlaubssperren und Personalaktenvermerke.

"Always on"

Die Kadetten nutzten die militärischen Standleitungen um "always on" zu sein und waren auch bei anderen KaZaA-User außerhalb der Ausbildungsstätte beliebte Tauschpartner. Wie ein Sprecher der US Naval Academy mitteilte, sei man zu de Erkenntnis gelangt, dass die von den Kadetten betriebenen File- und Web-Server für das vom Pentagon betriebenen Netzwerk ein großes Sicherheitsrisiko dargestellt hatte.(red)

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