Reiselust hält sich in Grenzen

17. April 2003, 13:44
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Terrorangst und flaue Konjunktur machen Österreicher zu Urlaubs-Muffeln - Zahl der Reisen ging 2002 um gut sieben Prozent zurück

Wien - Rund 3,85 Millionen Österreicher, knapp 50 Prozent der heimischen Bevölkerung, haben im vergangenen Jahr zumindest eine Urlaubsreise mit vier oder mehr Übernachtungen (Haupturlaubsreise) unternommen. Wie die Statistik Austria am Donnerstag in einer Presseinformation mitteilte, sank die Zahl der Haupturlaubsreisen 2002 um 7,2 Prozent auf 6,12 Millionen. Gründe für die gedämpfte Reiselust waren die Ereignisse vom 11. September 2001, der vermehrte Trend zu Kurzreisen und die schwache Konjunktur. Rund 6 Prozent der Urlaubsreisen wurden per Internet geplant oder gebucht.

Im Mittelfeld

Im europäischen Vergleich lag Österreich in puncto Reisefreudigkeit im unteren Mittelfeld. Gemessen an der Gesamtbevölkerung (älter als 15 Jahre) unternahmen im abgelaufenen Jahr 46,5 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe zumindest eine Urlaubsreise, während die Reiseintensität in Deutschland oder in den Niederlanden 79,5 bzw. 68,0 Prozent betrug. Auch Briten (64,8 Prozent) und Franzosen (59,6 Prozent) reisen häufiger als Österreicher. In den südlichen Ländern Europas wie Italien (47,9 Prozent) oder Portugal (33,4 Prozent) lag die Reiselust bei oder unter jener der Österreicher.

Von den insgesamt 6,12 Millionen Haupturlaubsreisen der Österreicher fielen wie 2001 rund 36 Prozent auf das Inland, 64 Prozent führten in das Ausland. Unter den ausländischen Urlaubszielen stand Italien mit 25,1 Prozent der Auslandsreisen weiterhin an der Spitze, gefolgt von Kroatien mit einem Anteil von 12,7 Prozent. Die Türkei, die im Jahr zuvor mit 9,5 Prozent noch hinter Kroatien an dritter Stelle lag, verlor an Anteilen und erreichte zuletzt 8,3 Prozent. Der Anteil der Spanien-Reisen gemessen an den Auslandsreisen ist weiter rückläufig (von 6,9 auf 5,7 Prozent).

USA und Asien eher unbeliebt

Der Rückgang bei den Reisezielen außerhalb Europas (Fernreisen) lag laut Statistik Austria erheblich über jenem bei Auslandsreisen insgesamt (minus 18,7 Prozent gegenüber minus 7,1 Prozent), wobei insbesondere der amerikanische Kontinent (minus 19,6 Prozent), aber auch Asien und Afrika mit minus 15,6 und minus 25,2 Prozent wesentlich weniger bereist wurden als noch im Jahr davor. Der Anteil der Fernreisen an den Auslandsreisen sank von 12,6 auf 11,0 Prozent.

Unter den österreichischen Bundesländern waren 2002 Kärnten (21,6 Prozent der Inlandsreisen) und die Steiermark (20,6 Prozent) weiter die begehrtesten Reiseziele, gefolgt von Salzburg (17,7 Prozent), Tirol (12,6 Prozent) und Oberösterreich (8,9 Prozent). Nach den Angaben der Statistik Austria konnten vor allem die Steiermark, Salzburg und Tirol anteilsmäßig zwischen 0,1 und 3,0 Prozentpunkten zulegen. (APA)

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    Deutlich mehr ÖsterreicherInnen zogen 2002 das heimische Sofa einer Urlaubsreise ins Ausland vor.

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