Vossen webt an Expansion

17. April 2003, 13:28
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Sprung nach China geschafft - Lizenzvertrag mit Cotton Field sichert Markteintritt in Asien

Wien - Mit dem im Vorjahr geschafften Turnaround im Rücken widmet sich die Vossen AG nun der Expansion in neue Märkte. Der Exportanteil liegt derzeit bereits bei 75 Prozent und soll noch dieses Jahr weiter ausgebaut werden. Neben Österreich ist Deutschland nach wie vor der Hauptmarkt für Vossen. Nun hat der Hersteller von Frottierwaren mit Sitz im südburgenländischen Jennersdorf seine Fühler nach Asien und den arabischen Raum ausgestreckt. Der "Hoffnungsmarkt" ist aber Osteuropa, sagte Vossen-Chef Georg Kühhas am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Die angespannte Wirtschaftslage in den westlichen Märkten hat die gesamte Textilindustrie unter Druck gesetzt und den Eintritt in neue Märkte notwendig gemacht, so Kühhas, der auf Grund eines morgendlichen Mega-Staus auf der Südautobahn heute nur telefonisch zur Pressekonferenz zugeschaltet werden konnte. Mit dem vor kurzem abgeschlossenen Lizenzvertrag mit dem chinesischen Unternehmen Cotton Field habe sich Vossen einen Zutritt zum asiatischen Markt geschaffen, hieß es.

Ausbau in Asien geplant

Im Rahmen dieses Vertrages liefere Vossen Know-how, Design, Werbung und die Shop-Systeme. Cotton Field produziere in China und betreibe die Shops, erläuterte Kühhas. In den nächsten drei Jahren wolle der chinesische Partner zusätzlich zu den bestehenden 150 eigenen Geschäften 50 bis 60 Vossen Shops eröffnen, wobei die ersten vier (je zwei in Peking und Shanghai) bereits im Mai aufsperren. Sollte sich dieses Konzept bewähren, sei ein Ausbau in weitere asiatische Länder geplant. An Lizenzeinnahmen erwartet sich Kühhas jedenfalls 150.000 bis 200.000 Euro jährlich ab dem dritten Jahr.

Während die heimische Textilindustrie im vergangenen Geschäftsjahr 2002 ein Umsatzminus von 3,8 Prozent hinnehmen musste, hat Vossen den Turnaround geschafft. Bei einem Umsatzplus von 1,6 Prozent auf 25,4 Mio. Euro hat das Ergebnis nach Steuern mit 100.000 Euro ins Positive gedreht. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen) ist von 0,4 auf 1,9 Mio. Euro gestiegen. Die Zahl der Mitarbeiter ist von 470 auf 445 zurück gegangen.

Hohe Auslastung

Zurückzuführen sei die verbesserte Ertragslage auf günstigere Einkaufsbedingungen, außerordentliche Ergebnisse sowie auf eine Fixkostendegression, so Kühhas. Die Auslastung liege bei 78 bis 80 Prozent, wobei im ersten und vierten Quartal die Spitzen liegen. Daher habe man bei Vossen auch eine flexible Arbeitszeit mit einer 6-Tage-Woche in den Hauptproduktionszeiten und einer 4-Tage-Woche für den Rest des Jahres eingeführt.

Auch für das laufende Geschäftsjahr rechnet das österreichische Traditionsunternehmen - nicht zuletzt auf Grund einer Großinvestitionen in Höhe von 6,3 Mio. Euro in einen neuen EDV-gesteuerten Webmaschinenpark - mit einer Umsatz- und Ergebnisverbesserung: der Umsatz soll um 6 bis 10 Prozent auf 27,0 bis 28,0 Mio. Euro steigen, das EBITDA um mehr als 50 Prozent auf 3 bis 3,5 Mio. Euro. Das erste Quartal 2003 sei gut angelaufen und liege umsatzmäßig um 5,3 Prozent über dem Vorjahr.

Nach dem geplatzten Einstieg der EBAI Mittelstandsfinanzierungs AG bei der Vossen AG ist die Eigentümerstruktur vorerst unverändert geblieben. Derzeit sei nicht an einen Börsegang gedacht, die "Bereinigung" solle aber auf jeden Fall durchgeführt werden, betonte Kühhas. Derzeit gehört Vossen zu 25,1 Prozent der Linz Textil, zu 46,43 Prozent der ungarischen Gesellschaft Hungarian Industries, wo Kühhas und Zelnik beteiligt sind, sowie zu 28,47 Prozent der landeseigenen Wirtschaftsservice Burgenland AG (Wibag). Die Anteile des Landes stehen zur Disposition.(APA)

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