Die Zeit der Kältestarre ist vorbei

18. April 2003, 21:27
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Die "bösen" Zecken sind erwacht - Holzböcke sind die gefährlichsten unter ihnen

Wien - Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit erwachen auch die stechenden, saugenden Quälgeister von Mensch und Tier aus der Kältestarre. Während die meisten Parasiten aus dem Reich der Insekten in unseren Breiten zwar lästig aber nur in Einzelfällen wirklich gefährlich werden können, verbreiten Zecken - auch Holzböcke genannt - unter anderem zwei wirklich gefährliche Krankheiten: Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) und Borreliose.

Familie der Milben

Zecken gehören zu den Spinnentieren, genauer gesagt zu den Milben. Lästig - und teils gefährlich - werden Vertreter der so genannten Schildzecken, deren bekanntester Vertreter der so genannte Holzbock (Ixodes ricinus) ist. Die Weibchen dieser auch bei uns häufigen Zeckenart sind mit vier Millimetern relativ groß, im vollgesogenen Stadium kann der Hinterkörper auf bis zu über zehn Millimeter anschwellen.

Die Tiere brauchen dann monatelang keine Nahrung. Ein erwachsenes Weibchen kann nach einer derartigen Blutmahlzeit tausende Eier produzieren, die einfach in den Wald- oder sonstigen Boden gelegt werden.

Nicht wählerisch

Zecken sind bezüglich der Wirtwahl nicht besonders wählerisch, als Jungtiere saugen sie durchaus auch an Kaltblütern wie Eidechsen. Im erwachsenen Stadium bevorzugen sie meist Säugetiere oder Vögel. Einen geeigneten Wirt findet der Holzbock auf vergleichbar einfache Weise, es sind nur zwei Reize nötig.

Um überhaupt aktiv zu werden, genügen für manche Arten winzige Mengen von Buttersäure in der Luft, die meisten Säugetiere und auch der Mensch verströmen diesen Geruch. Ist das Opfer dann lokalisiert und erklommen, sucht sich die Zecke noch einen Platz am Körper, der nur einem Kriterium entsprechen muss, er muss rund 37 Grad warm sein.

Eine Bissstelle für Wochen

Dann geht es los, die Mundwerkzeuge durchbrechen die Haut und verankern das Tier - unter Umständen für Wochen - an der Bissstelle. Wissenschafter haben versuchsweise Zecken auf 37 Grad warme Steine gesetzt und Buttersäuredämpfe verströmt, worauf die Parasiten prompt versuchten, den Steinen Blut abzuzapfen.

Ist anstatt eines Steines doch ein geeignetes Opfer gefunden, wird bei der nun folgenden Blutmahlzeit nicht nur gesaugt. Die Zecke spritzt gerinnungshemmende Faktoren in die Wunde und kann damit auch die verschiedensten Krankheitserreger von einem Wirt zum anderen übertragen. Am verbreitetsten und auch gefährlichsten sind dabei die FSME und die so genannte Borreliose, zwei völlig verschiedene Krankheiten, die nicht verwechselt werden sollten. (APA)

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Stichwort

Krankheiten durch Zweckenbisse

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    Die in Europa am häufigsten vorkommende Zweckenart ist der Ixodes ricinus (Gemeiner Holzbock). Hier ein erwachsenes Weibchen.

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