Abgereichertes Uran im Irak muss weg

18. April 2003, 21:16
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Das meint die britische Royal Society - Pentagon ignoriert aber karzinogene Wirkung

London - Großbritanniens führende Forschungsinstitution, die Royal Society, empfiehlt die Entfernung von abgereichertem Uran im Irak, das von US- und britischen Streitkräften eingesetzt wurde. Damit widerspricht die Royal Society der Behauptung des Pentagons. Dieses hält die Entfernung für unnötig und ging bislang von einer Unterstützung durch die Royal Society aus. Das Statement der Forschungsstätte heizt die Kontroverse über den Einsatz von abgereichertem Uran als effektive Waffe für die Zerstörung von Bunkern und Panzern erneut an. Es gibt zahlreiche Indizien, dass abgereichertes Uran Krebs und schwere Krankheiten auslösen kann.

Effektivste neue Waffe im Golfkrieg

Abgereichertes Uran war bereits die effektivste neue Waffe des US-Militärs gegen den Irak während des Golfkriegs 1991. Mehr als die Hälfte der zerstörten Panzer der Iraki wurden mit Uranmunition beschossen. Viele Expertengruppen gehen davon aus, dass unerklärliche Krebsfälle - insbesondere bei Kindern - in der irakischen Bevölkerung seit dem Golfkrieg auf abgereichertes Uran zurückzuführen sind. Die USA setzten das schwach radioaktive Uran erneut im Balkan- und Afghanistan-Krieg ein.

Ex-Pentagon-Leiter unterstützt

Die US-Umweltschutzbehörde UNEP hat bereits Untersuchungen im Irak angeboten. Unterstützung kommt von Doug Rokke, dem ehemaligen Leiter des "Depleted uranium Project" des Pentagons. "Das Militär eines Landes kann nicht vorsätzlich ein anderes Land kontaminieren, Mensch und Umwelt Schaden zufügen und dann einfach die Konsequenzen der Handlung ignorieren," zitiert der britische Guardian.

Rokke fordert die USA und Großbritannien auf, "die unmoralischen Konsequenzen ihrer Handlung zu erkennen und sich für die medizinische Hilfe und die sorgfältige Sanierung der Umwelt verantwortlich zu zeigen." Laut Royal-Society-Forscher Brian Spratt könnte der Boden rund um die Aufschlagstellen der Uran-Geschoße stark verseucht sein. "Auch zahlreiche korrodierende Geschoße im Boden können langfristig eine Bedrohung darstellen, nämlich dann, wenn sie in die Wasserversorgung gelangen", so Spratt. Auch er empfiehlt die Entsorgung der gefährlichen Geschoßteile und die rasche Identifizierung der kontaminierten Gebiete. (pte)

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