Schüsse auf Polizisten in Wien: Den Falschen festgenommen

17. April 2003, 19:47
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Polizist identifizierte falschen Schützen - Unbeteiligter bei Fahndung angeschossen

Wien - Die Suche nach jenem mutmaßlichen Einbrecher, der in der Nacht auf Mittwoch zwei Polizisten in Wien angeschossen hat, steht unter keinem guten Stern. Ein knapp zwei Stunden nach der Tat in Wien-Donaustadt festgenommener Mann ist nicht der gesuchte Schütze und musste freigelassen werden. "Er war leider zur falschen Zeit am falschen Ort, wir können uns nur bei ihm entschuldigen", sagte Ernst Geiger, Leiter der Kriminaldirektion 1. Wie berichtet, war bei dem Einsatz auch ein Unbeteiligter angeschossen worden.

Aktion ist nicht optimal verlaufen

"Die Aktion ist nicht optimal verlaufen", gestand Geiger am Donnerstag ein. Die geplante Verhaftung zweier mutmaßlicher Einbrecher sei zwar am Anfang korrekt gehandhabt worden, aber "dann ist es in eine falsche Richtung gelaufen." Einer der beiden Verdächtigen erbeutete nämlich die Pistole eines Polizisten und schoss auf zwei Beamte, ehe er flüchtete.

Bei der anschließenden Großfahndung mit 100 Einsatzkräften wurde ein 24-Jähriger aufgehalten, der angeblich den Fahnder attackierte und weglief. Der Kriminalbeamte stoppte ihn mit einem gezielten Schuss in den Unterschenkel - allerdings hatte der Mann mit dem Einbruch nichts zu tun.

Kurz darauf meldeten Passanten einen weiteren Verdächtigen, auch dieser wurde kontrolliert. Ein Polizist identifizierte den 34-Jährigen als Schützen, der Mann wurde festgenommen. Ebenfalls zu Unrecht, wie sich nun nach genaueren Untersuchungen herausstellte. (moe, DER STANDARD Printausgabe 18.4.2003)

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