US-Armee distanziert sich von selbst ernanntem Gouverneur von Bagdad

17. April 2003, 12:21
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Abfuhr für Chalabi-Vertraute - US-Soldaten befreien 25 politische Gefangene

Bagdad - Die US-Armee im Irak hat sich von den beiden Oppositionellen, die sich zum "Gouverneur" bzw. "Bürgermeister" von Bagdad ausgerufen hatten, distanziert. Die USA hätten mit der Ernennung von Mohammed Mohsen Subeidi und Jawdat Obeidi nichts zu tun, sagte der US-Offizier Joe Plenzler am Donnerstag in Bagdad. "Jeder kann sich selbst zu irgend etwas erklären, aber solche Ernennungen werden künftig durch die (US-Entwicklungsbehörde) USAID vorgenommen", betonte Plenzler. Subeidi betonte am Donnerstag erneut, er sei von Stammesführern und Geistlichen mit Zustimmung der USA beauftragt worden, einer Interims-Verwaltung vorzustehen.

Subeidi ist ein ebenso wie Obeidi ein Vertrauter von Ahmed Chalabi, dem vom Pentagon unterstützen Oppositionspolitiker vom "Irakischen Nationalkongress" (INC). Subeidi war von der Regierung von Staatschef Saddam Hussein mit dem Tod bedroht worden und lebte 15 Jahre im Nordirak. Der selbst ernannte Gouverneur gab am Donnerstag bereits eine Pressekonferenz im Journalisten-Hotel Palestine in Bagdad und fuhr mit Reportern durch die Stadt. Er berichtete von Plänen, die Strom- und Wasserversorgung wieder in Stand zu setzen und die Medienlandschaft neu zu gestalten. 25 politische Gefangene befreit

US-Soldaten haben 25 politische Gefangene aus einem unterirdischen Gefängnis in einem Vorort der irakischen Hauptstadt Bagdad befreit. Die Häftlinge seien in Zellen des Sicherheits- und Geheimdienstes in Kasimiya entdeckt worden, teilte Subeidi am Donnerstag mit. An einem anderen Ort seien weitere politische Häftlinge befreit worden. "Wir danken den USA dafür, dass sie für uns Gefängnisse öffneten, von deren Existenz wir nichts wussten", sagte Subeidi. Nach seinen Angaben bemühen sich Irakis gemeinsam mit den Alliierten, amerikanische, britische und kuwaitische Kriegsgefangene aufzuspüren.(APA)

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