Chirac: UNO soll über Irak-Sanktionen entscheiden

17. April 2003, 11:31
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Frankreich sichert Annan volle Unterstützung zu

Athen - Die Modalitäten der Aufhebung der Irak-Sanktionen müssen nach Auffassung des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac von den Vereinten Nationen bestimmt werden. Frankreich wünsche eine zentrale Rolle für die UNO im Irak und bei der Wiederherstellung der Stabilität in der Region, sagte Chirac am Donnerstag nach einem Treffen mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan am Rande der Europakonferenz in Athen. Frankreich werde dieses Thema "pragmatisch" und von Fall zu Fall angehen, kündigte Chirac an. Annan habe er zu verstehen gegeben, dass sein Land den Generalsekretär weitest möglich unterstützen werde. Frankreich werde mit den Truppen der Kriegskoalition in der Art zusammenarbeiten, wie dies die UNO vorgebe.

Annan, der in Athen eine wichtige Rolle seiner Organisation im Nachkriegs-Irak als selbstverständlich bezeichnete, hoffte auf ein baldiges Ergebnis der im UNO-Sicherheitsrat laufenden Diskussion. Die UNO und ihr Sicherheitsrat würden zusammenarbeiten, um den Irakis den Wiederaufbau ihres Landes und eine friedliche Zukunft zu ermöglichen, sagte Annan. Wichtig seien dabei auch die Ansichten der Länder in der Region. US-Präsident George W. Bush hatte am Mittwoch die UNO zur Aufhebung der Sanktionen aufgefordert. Die Vereinten Nationen hatten nach der irakischen Invasion in Kuwait im Sommer 1990 ein Wirtschaftsembargo gegen den Irak verhängt, das immer noch in Kraft ist. Das Programm "Öl für Lebensmittel" erlaubt dem Irak nur den begrenzten Verkauf von Erdöl für die Einfuhr dringend benötigter Nahrungsmittel. (APA)

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