Wiener Urania: Sanierung kurz vor dem Abschluss

17. April 2003, 12:01
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Nach drei Jahren Umbau nimmt das Kino am 8. Mai wieder den Betrieb auf - das Terrassencafe eröffnet noch im Juni

Wien - Drei Jahre lang hatten in der Wiener Urania die Bauarbeiter das Sagen, nun steht sie bald wieder allen Filmfreunden offen: Kurz vor Abschluss der Totalsanierung des Innenstadt-Gebäudes geht am 8. Mai das Urania-Kino in Betrieb. Die offizielle Neueröffnung der Bildungs- und Kulturstätte am Donaukanal ist für September geplant.

Eingangsbereich

Das Eingangsbereich des denkmalgeschützten Hauses erstrahlt schon jetzt in neuem Glanz. Statt düster und plüschig präsentiert sich das Foyer nun lichtdurchflutet. Architekt Dimitris Manikas ließ dafür einen hellen Terazzoboden verlegen und größere Fenster einbauen, auch am Dach des Vorbaus wurde ein Lichteinlass geschaffen.

Terrassencafe

Schräg dahinter wird derzeit noch am neuen Terrassencafe gearbeitet. Es soll am 1. Juni eröffnet werden. "Die Cafeteria an der Biegung des Donaukanals wird sicher eine Attraktion sein", sagte Manikas zur APA. Bereits bei der Errichtung im Jahr 1910 habe Architekt Max Fabiani, ein Schüler Otto Wagners, das Lokal eingeplant, es sei aber nie realisiert worden.

Rund 13 Mio. Euro wurden von der Stadt Wien in das mit einer Sternwarte gekrönte Gebäude an der Mündung des Wienflusses in den Donaukanal investiert. Das gesamte Haus wurde behindertengerecht adaptiert, das Dachgeschoss ausgebaut und die Infrastruktur auf den neuesten technischen Stand gebracht. Fertig wird das alles mit rund einjähriger Verspätung, Schuld daran waren die Konkurse mehrerer Baufirmen.

Volkshochschule und das erneuerte Puppentheater sind bereits in Betrieb

Die verschiedenen Urania-Institutionen gehen inzwischen schrittweise wieder in Betrieb. Die Volkshochschule und das erneuerte Puppentheater sind bereits geöffnet, während vor allem im Dachbereich und an der Innenausstattung der Sternwarte noch hektisch gearbeitet wird. Im Mai folgt das von der Constantin-Gruppe bespielte Kino, das künftig auch wieder als Festivalkino der Viennale genutzt werden soll. Der Saal präsentiert sich jetzt in Rot statt Grau, Technik und Bestuhlung wurden erneuert.

Michael Ludwig, Vorsitzender des Verbandes Wiener Volksbildung und SPÖ-Gemeinderat, zeigte sich mit dem Umbau hoch zufrieden: "Die Attraktivität ist enorm, in Zukunft wird es sicher noch mehr Besucher geben." Schon vor der Generalsanierung verzeichnete die Urania rund 14.000 Kursteilnehmer und 300.000 Vortragsbesucher pro Jahr.

Das Volksbildungshaus - als Institution bereits 1897 gegründet - ist auf die Bereiche Philosophie, Psychologie, Gesellschaft, Politik, Kulturgeschichte, Chemie und Mineralogie spezialisiert. Auch Filmtage, Reisevorträge und Volkshochschullehrgänge vom Sprach- bis zum EDV-Kurs werden angeboten. (APA)

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