Zwischenbilanz: Gut ein Drittel der Columbia ist geborgen

17. April 2003, 20:54
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Ermittler fordern genauere Untersuchung von Hitzeschilden

Washington - Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat nach eigenen Angaben mehr als ein Drittel der Anfang Februar beim Landeanflug abgestürzten Raumfähre Columbia geborgen. Die rund 70.000 gesicherten Trümmerteile entsprächen 37 Prozent des gesamten Space Shuttle, teilte die NASA am Mittwoch mit. Insgesamt seien bisher 35,3 Tonnen Teile in einem Hangar am Kennedy Space Center in der Nähe von Cape Canaveral gesammelt worden.

Den Angaben zufolge durchsuchten mehr als 14.000 Bundesbeamte und Freiwillige bisher etwa achtzig Prozent des Gebietes, über dem die Raumfähre zerbrach. Das Areal umfasst demnach rund 6.200 Quadratkilometer in den Bundesstaaten Kalifornien, Arizona, Texas und Louisiana.

Die Columbia war am 1. Februar beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre in einer Höhe von mehr als sechzig Kilometern auseinander gebrochen, nachdem extrem heiße Gase in einen Riss in der Außenhülle eingedrungen waren. Die sieben Astronauten an Bord starben. Die Raumfähre war zum Unglückszeitpunkt mit mehr als 20.000 Kilometern pro Stunde unterwegs.

Ermittler fordern genauere Untersuchung von Hitzeschilden

Die Ermittler des "Columbia"-Absturzes haben indessen die US-Raumfahrtbehörde NASA am Donnerstag aufgefordert, die Hitzeschilde an den Flügelspitzen der Raumfähren in Zukunft genauer zu untersuchen. Die gegenwärtigen Methoden seien unzulänglich, heißt es in einem ersten Empfehlungsbericht der Untersuchungskommission nach der Katastrophe am 1. Februar. Der Abschlussbericht der Ermittler wurde noch für diesen Sommer angekündigt.

Die Kommission empfahl der Weltraumbehörde ferner, von jeder Raumfähre während des Starts Fotos zu machen, um eventuelle Schäden frühzeitig zu erkennen. Die NASA erklärte sich bereit, dies mit Hilfe des Militärs zu tun.

Riss im linken Flügel

Die beiden vorläufigen Empfehlungen kommen zwei Monate, nachdem die "Columbia" abstürzte. Ein Riss in der Spitze des linken Flügels, durch den heiße Gase in die Fähre drangen, gilt als Grund der Katastrophe. Verursacht wurde der Riss möglicherweise von einem Stück Isolierschaum, das sich kurz nach dem Start vom Treibstofftank löste und auf den Flügel prallte. (APA/AFP)

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