Trotz Kriegsende anhaltende Konjunkturflaute

17. April 2003, 11:03
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BA-CA: Heimische Wirtschaft bleibt im ersten Halbjahr schwach, Impulse fehlen

Wien - Trotz des raschen Kriegsendes bleibt Österreichs Wirtschaft nach Einschätzung der Volkswirte der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) im ersten Halbjahr schwach. Im April ist der BA-CA Konjunkturindikator von 2,7 auf 2,1 Punkte eingebrochen. Damit habe er fast den Wert der Rezession im zweiten Halbjahr 2001 erreicht. "Auch wenn nach dem Ende des Krieges mit einer Verbesserung der Stimmung zu rechnen ist, fehlen derzeit deutliche Impulse", meint Chefvolkswirtin Marianne Kager.

Die Kriegshandlungen im Irak, die globale Unsicherheit sowie negative Wirtschaftsmeldungen hätten die Stimmung der österreichischen Konsumenten im März auf den tiefsten Wert seit fünf Jahren gedrückt. Auch die Stimmung der Industrie - sowohl in Österreich als auch im gesamten Euroraum - habe sich im März wieder verschlechtert, aber nicht im gleichen Ausmaß wie die Konsumentenstimmung, berichteten die BA-CA-Ökonomen am Donnerstag.

"Industrie in Europa ist weiterhin optimistisch"

"Die Industrie in Europa ist weiterhin optimistisch, dass eine erneute Rezession ausbleibt, allerdings fehlt ihr derzeit die Hoffnung auf eine deutliche Beschleunigung", so Stefan Bruckbauer von der BA-CA.

Das etwas raschere Ende des Golfkrieges und der deutlich unter den Erwartungen gebliebene Anstieg des Ölpreises bzw. dessen Rückgang wirkten zwar als Impuls für die Wirtschaft, gleichzeitig rückten jedoch andere Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft wieder stärker in den Vordergrund. An erster Stelle stehe dabei erneut die weitere Erholung der US-Konjunktur in den nächsten Monaten.

Belastende Faktoren bleiben

Trotz erster Zeichen der Stimmungsverbesserung würden die belastenden Faktoren bleiben. Die Bankökonomen nennen hier die hohe Verschuldung von Unternehmen und Haushalten, Risken bei den Immobilienpreisen, die schwache Gewinnentwicklung der Unternehmen und - damit verbunden - die schwache Erholung der Investitionen. Gleichzeitig dürfte das rasche Ende des Krieges die Bereitschaft zur vollen Umsetzung der steuerlichen Entlastungen reduziert haben.

Die BA-CA rechnet daher mit einem schwächeren Wachstum in den USA und damit auch der Weltwirtschaft. Zusätzlich belaste die Situation in Asien, wo das Auftreten der Lungenkrankheit SARS Teile der Wirtschaft trifft und vor allem die Stimmung verschlechtert.

Schwächeres erstes Halbjahr gesehen

Für Österreich sehen die Volkswirte wegen des Stimmungseinbruchs ein etwas schwächeres erstes Halbjahr, dafür dürfte die private Nachfrage im zweiten Halbjahr auf Grund des bereits wieder gesunkenen Ölpreises etwas besser verlaufen. "Für das Wirtschaftswachstum im Durchschnitt 2003 hat das rasche Ende des Krieges wenig Auswirkung", so Kager. "Wir erwarten weiterhin 1,2 Prozent."

Auch für die Prognose 2004 bleiben die Ökonomen der BA-CA bei ihrer Erwartung von rund 2 Prozent, sehen aber deutlich gestiegene Risken. "Die Wahrscheinlichkeit einer Erholung auf 2 Prozent Wachstum 2004 liegt nun nur mehr bei knapp über 50 Prozent", meint Bruckbauer. Die Risken einer erneuten Rezession zu Jahresende 2003 sind nach seiner Meinung deutlich gestiegen. Vor allem die Dynamik der Erholung in den USA und damit der Weltwirtschaft sei ein großer Unsicherheitsfaktor. Von der europäischen Wirtschaft erwarten die BA-CA Ökonomen in jedem Fall in den kommenden Monaten wenig Impulse.(APA)

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