Vater des Windows Servers 2003 plaudert aus dem Nähkästchen

17. April 2003, 17:23
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Brian Valentine im Interview: "Wir haben Software auf einem Level entwickelt, der einzigartig in der Geschichte ist"

Brian Valentine, seines Zeichens Senior Vice-President der Windows-Division bei Microsoft und damit auch für den kommenden Windows Server 2003 verantwortlich, gab Paul Thurrot von der Webseite www.winsupersite.com ein interessantes Interview zur Server-Software und den Strategie-Veränderungen und Entwicklungen im Softwarekonzern.

Seit 1987 bei Microsoft

Brian Valentine ist bereits seit 1987 bei Microsoft beschäftigt. Von der OS/2-Entwicklung wechselte Valentine in die Workgroup Application Group (aus dieser wurde später die Exchange group), dort wurden unter seiner Leitung Exchange 4.0, 5.0 und 5.5 fertig gestellt, danach arbeitete er an Windows 2000. Danach wurde Valentine zum Vizepräsidenten der Windows Division und damit verantwortlich für Windows XP, Windows .NET Server, Windows 2000, Windows 9.x, Windows ME und Windows CE.

Software der Superlativen

Auf die Frage wie sich die Entwicklungsarbeit von Windows Server 2003 von anderen Windows-Produkten unterschieden hätte, meint Valentine: "Wir haben Software auf einem Level entwickelt, der einzigartig in der Geschichte ist. Die Anzahl der Menschen, die involviert waren, die Anzahl des Code-Zeilen, die Komplexität des Produkts, die Kompatibilitätskriterien waren einzigartig. Es gibt nicht viel Vergleichbares in der Geschichte auf das wir uns beziehen hätten können. Wir mussten viele Dinge neu erfinden und entwickeln".

Windows 2000 und 2003

"Windows 2000, einem Projekt das mit viel Schweiß, Energie und Leidenschaft bewerkstelligt wurde, war ein großartiges Produkt, doch Zeitaufwand, Effizienz, die Tools und die Produktivität waren nicht so gut wie erhofft. Doch jetzt hatten wir wesentlich bessere Möglichkeiten, die es uns ermöglichten Dinge komplexer zu machen und bessere Entwicklungen schneller voranzutreiben", so Valentine weiter. "Heutzutage reicht es nicht einfach aus Windows und Office anzubieten, Anwender wollen keine Produkte, sondern Lösungen für ihre Probleme. Wir haben viel gelernt und Einsatzgebiete, Erfahrungen, Probleme und Feedback der Anwender untersucht und direkt in unsere Entwicklung einfließen lassen".

Der Sinneswandel von Microsoft

Paul Thurret ortet einen Sinneswandel beim Softwarekonzern und entlockt Brian Valentine noch einige Details zum Wandel in der Entwicklung der Software. "Es gab eine große Veränderung in der Art wie Microsoft über die Entwicklungen denkt. Für uns ist klar, dass wir eine hochqualitative Plattform für unsere Kunden bieten wollen und ihnen einen Plan und Einblick über die künftigen Entwicklungen geben. Wir müssen da sein, wenn schnelle Änderungen auftreten". Laut Valentine war vor einiger Zeit nach eine Mauer zwischen den Entwicklern und dem Feedback der Konsumenten, weil Microsoft auf die Technologie fokussiert war, nun ist der Konzern aber fokussiert auf die Zufriedenheit seiner Kunden.

Die fünf Prioritäten

"Ich sage meinen Entwicklern, dass sie fünf Prioritäten zu beachten haben: Erstens - die Konsumenten, dahinter die Firma, drittens das Produkt - um ein Produkt zu beenden, müssen die ersten Prioritäten erfüllt sein. An vierter Stelle kommen die Menschen - als Manager muss man auf seine Leute achten - vom sozialen Standpunkt - mit Bezahlung und Gesundheitsvorsorge - wie auch vom Punkt der Benefits. Die letzte Priorität sind die Entwickler selbst - wenn du an dich selbst zuletzt denkst dann werden die anderen vier Dinge von alleine kommen".

Kommende Entwicklungen

Brian Valentine gibt abschließend noch einen Einblick in kommenden Entwicklung von Microsoft. So soll etwa mit dem Betriebssystem „Windows Longhorn“ die 64-bit-Technologie vorangetrieben werden. (red)

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    Im Bild: Brian Valentine, Senior Vice-President von Microsofts Windows Division.

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