Schiitenführer Hakim hält Bürgerkrieg für möglich

16. April 2003, 18:42
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Rückzug der US-Armee verlangt

Paris - Der einflussreiche irakische Schiitenführer Ajatollah Mohammed Bakr al Hakim hält einen Bürgerkrieg im Irak für möglich. "Die derzeitigen Umstände sprechen dafür. Es wird viel von der (amerikanischen-britischen) Koalition abhängen", sagte er in einem Interview der französischen Tageszeitung "Le Monde" (Donnerstagsausgabe). Hakim, der in Teheran den Hohen Rat für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI) leitet, forderte erneut den Rückzug der US-Armee aus dem Irak. Er werde in Kürze in den Irak zurückkehren.

"Alle ausländischen Truppen müssen das Land verlassen, und der Irak muss von den Irakern regiert werden", sagte Hakim. Auf die Frage, ob der als wichtigste schiitische Oppositionsgruppe angesehene SCIRI eine islamische Republik installieren würde, wenn er im Irak an die Macht käme, sagte Hakim: "Die Iraker sind Muslime. Aber wir wollen eine demokratische Republik, die den Islam respektiert und die territoriale Integrität des Iraks wahrt."

Zum SCIRI-Boykott der Konferenz in Nasiriya über die Schaffung einer Nachkriegsordnung im Irak sagte Hakim der Zeitung: "Wir waren über das Programm nicht informiert." Man habe ihn auch nicht eingeladen. Sein Bruder, der SCIRI-Sprecher Abdelaziz el Hakim, sei eingeladen gewesen, habe sich aber gegen eine Teilnahme entschieden. (APA/dpa)

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