Breton- Preisregen ohne Ende

18. April 2003, 13:03
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Surrealistischer Rekord bei Pariser Auktionssitzungen

Paris - Ein surrealistischer Rekordregen ergießt sich über Paris: Nach 18 (von insgesamt 20) Auktionssitzungen der mehr als 6200 Lose des Ateliers von André Breton, welche das Duo CalmelsCohen im Hôtel Drouot vom 7. bis 17. April versteigern, war man bereits bei 40 Millionen Euro (d. h. der oberen Gesamtschätzung) angekommen. Am Donnerstag kommen noch Fotos und die exzeptionelle Stammeskunst hinzu.

Die Abendsitzung am 14. 4. mit den Gemälden brachte mehrere Weltrekorde: darunter ein großes Holzrelief (1927) von Hans Arp, Femme, mit 2,8 Millionen Euro, das das Centre Pompidou per Vorkaufsrecht übernimmt.

Im Gegensatz zu den sonstigen Gemälden und Objekten, die generell in schlechtem Erhaltungszustand sind, ist dieser Arp von erstaunlicher Frische und kann als gutes Vorzeichen für die Arp-Nachlass-Auktion am 12. 6. gelten, die CalmelsCohen vorbereiten.

Miró teilt sich mit Arp den Spitzenplatz: Sein Gemälde Le piège von 1924 erreichte ebenfalls 2,8 Millionen Euro. Man Ray und Magritte verbuchten 1,57 bzw. eine Million Euro. Surrealistische Preise gab es für Oblaten- und Hostienformen (bis 3730 Euro) oder Bretons Wahrsagerkugel für 18.651 Euro. Der Hit: eine mexikanische Baumwurzel in Blumenform, für die 165.116 Euro bewilligt wurden.

Unter den Büchern und Manuskripten, die vorige Woche 8,4 Millionen Euro einfuhren, glänzte die französische Erstausgabe von Freuds Traumdeutung (1926) mit einem Freud-Brief an Breton, für die eine Sammlerin bis 66.044 Euro ging. (ogw/DER STANDARD, Printausgabe, 17.4.2003)

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