"Können noch bis 28 Prozent zukaufen"

16. April 2003, 18:32
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Investorengruppe um Wirtschaftsanwalt Rudolf Fries wartet auf Startschuss der Staatsholding ÖIAG zur Privatisierung des Edelstahlkonzerns Böhler-Uddeholm

Wien - Der renommierte Badener Wirtschaftsanwalt Rudolf Fries, der mit Partnern über die BU-Industrieholding mittlerweile der größte Einzelaktionär von Böhler-Uddeholm ist, erwartet eine europaweite Ausschreibung des 25-Prozent-Paketes der Staatsholding ÖIAG. Zur Frage, ob der geplante Verkauf an einen strategischen Partner oder über die Börse besser für das Unternehmen sei, sagte Fries: "Da haben wir keine Präferenz. Was gescheiter ist, weiß man immer erst hinterher."

Böhler gilt als einer der ersten Kandidaten im Privatisierungsprogramm der ÖIAG. Wann der Verkauf über die Bühne gehe, sei jedoch derzeit nicht einschätzbar. Hintergrund ist die triste Börsensituation. Fries zum STANDARD: "Das ist Sache der ÖIAG, wie scharf sie das jetzt vorantreibt. Ich kann nur warten." Die BU-Industrieholding, in der nun die ehemals auf drei Beteiligungsgesellschaften verteilten Böhler-Anteile gebündelt wurden, um die Dividende auf einmal Kest-frei ausgeschüttet zu bekommen, kontrolliert mittlerweile knapp unter 26 Prozent.

Mehrheitsbeteiligung nicht angestrebt

Fries bestätigte den Wunsch "prinzipiell zukaufen" zu wollen, jedoch nur "bis rund 28 Prozent". Eine Mehrheitsbeteiligung werde nicht angestrebt. Ab dem Schwellenwert von 30 Prozent wäre nach geltendem Übernahmerecht ein Pflichtoffert an den Streubesitz zu legen. Bis zu dieser Grenze, hieß es stets, wollen Fries & Co zukaufen. Da Böhler jedoch - nach einem Aktienrückkaufprogramm - 4,6 Prozent eigene Aktien im Besitz hat, die aliquot auf die Stimmrechte angerechnet werden, ergibt sich der Schwellenwert von rund 28 Prozent als Maximalbeteiligung, die Fries & Co anstreben.

Prominente Partner

Die Partner von Fries sind Wirtschaftspromis wie Billa-Gründer Karl Wlaschek, Spitz-Fruchtsaft-Erbe Walter Scherb, Immofinanz-Chef Karl Petrikovits, die Holzindustrielle Marina Egger, der ehemalige Mister Palmers, Rudolf Humer, und der Linzer Unternehmer Ernst Hable, Aufsichtsratsvize bei Böhler. Rund 44,4 Prozent der Böhler-Uddeholm-Anteile befinden sich im Streubesitz - in Händen von österreichischen, amerikanischen, britischen und deutschen Anlegern. (Michael Bachner, DER STANDARD, Printausgabe 17.4.2003)

  • Der Edelstahlkonzern Böhler-Uddeholm gilt als einer der ersten Kandidaten im Privatisierungsprogramm der ÖIAG.
    foto: böhler-uddeholm

    Der Edelstahlkonzern Böhler-Uddeholm gilt als einer der ersten Kandidaten im Privatisierungsprogramm der ÖIAG.

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