Swisscom nicht an Telekom Austria interessiert

16. April 2003, 16:48
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"Swisscom hat keinen strategischen Grund, Akquisitionen zu tätigen."

Der Verwaltungsrats-Präsident der Schweizer Swisscom, Markus Rauh, hat den Spekulationen über ein Interesse an der Telekom Austria (TA) indirekt eine klare Absage erteilt. "Swisscom hat keinen strategischen Grund, Akquisitionen zu tätigen. Wir haben keine Geschäftsfelder, die zu klein sind, um langfristig selbstständig überleben zu können", meinte Rauh in einem Interview mit dem Schweizer Magazin "Stocks". Auch die Frage, ob die Swisscom prinzipiell größere Akquisitionen wie etwa die TA im Auge habe, verneinte der VR-Präsident mit den Worten: "Es gibt für uns derzeit nur opportunistische Gründe eine Firma zu kaufen."

Swisscom will kein globaler Player werden

Swisscom habe keinerlei Ambitionen, ein globaler Player zu werden. Dies gelte auch für eine Ausweitung der Position in Osteuropa. "Mir ist nicht bekannt, dass die TA eine strategische Position in Osteuropa inne hat. Sie ist im Osten nicht wesentlich engagiert. Auch Slowenien ist keine strategische Position", so der Swisscom-Präsident. Die derzeit vorhandenen Möglichkeiten würden auch nicht den "Investitionskriterien" der Swisscom entsprechen. Swisscom halte natürlich immer Ausschau nach neuen Möglichkeiten, allerdings "sind wir bisher am strategischen Fit, an der Nachhaltigkeit und am Preis gescheitert", so Rauh. "Wir werden in der Schweiz oder im angrenzenden Ausland in den einen oder anderen IT-Bereich investieren. Wir versuchen in neuen Geschäftsfeldern wie WLAN oder im Breitband-Umfeld neue Geschäftsfelder aufzubauen oder zu akqurieren."

Keine Zusammenarbeit mit der Mobilkom

Auch das eigenständige Überleben der Mobilfunk-Tochter Swisscom Mobile sei durch die Zusammenarbeit mit der britischen Vodafone gesichert. Der Idee sich zusammen mit der österreichischen Mobilkom und Vodafone stärker im Osten zu engagieren, erteilte der VR-Präsident eine Absage. Nach dem Rückzug der Telecom Italia aus Österreich waren in der jüngsten Vergangenheit immer wieder Gerüchte aufgetaucht, wonach die Swisscom bei der TA einsteigen oder diese gar vollständig übernehmen könnte.

"Dies ist Sache der Eigentümer"

Auch TA-Generaldirektor Heinz Sundt hatte sich jüngst bei der Präsentation der Jahreszahlen zum Thema Swisscom bedeckt gezeigt. "Dies ist Sache der Eigentümer", meinte er damals kryptisch. Swisscom sitzt auf eine prall gefüllten Akquisitionskassa und ist im Gegensatz zu den meisten europäischen Telkos mit 642 Mio. Franken (427,3 Mio. Euro) relativ wenig verschuldet.(pte)

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    Auch TA-Generaldirektor Heinz Sundt (Bild) hatte sich jüngst bei der Präsentation der Jahreszahlen zum Thema Swisscom bedeckt gezeigt

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