Djindjic-Mörder soll bosnisches Präsidiumsmitglied gefoltert haben

16. April 2003, 16:26
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Zu Beginn des Bosnien-Krieges im Jahr 1992

Belgrad/Sarajewo - Das bosnische Präsidiumsmitglied Sulejman Tihic ist zu Beginn des Bosnien-Krieges im Jahr 1992 auch vom mutmaßlichen Mörder des serbischen Regierungschefs Zoran Djindjic gefoltert worden. Tihic war im April 1992 mit weiteren Bosniaken und Kroaten in Samac festgenommen worden. Gegenüber der Tageszeitung "Dnevni avaz" sagte der Bosniake Tihic am Mittwoch, dass sich auch Zvezdan Jovanovic "Zveki" an der Folterung durch serbische Milizangehörige beteiligt habe. Jovanovic soll Polizeierkenntnissen zufolge am 12. März in Belgrad tödliche Schüsse auf Djindjic abgefeuert haben und war wenige Tage später festgenommen worden.

Tihic beschrieb eingehend die Folterungen, die er über sich habe ergehen lassen müssen. Am 28. April desselben Jahres war er zusammen mit anderen Inhaftierten mit einem jugoslawischen Militärhubschrauber in ein Gefangenenlager im Belgrader Vorort Batajnica befördert worden. Jovanovic war nach dem Bosnien-Krieg zum Angehörigen der serbischen Spezialpolizeieinheit "Rote Barette" geworden und hatte es bis zu seiner Festnahme zum stellvertretenden Kommandanten der Einheit gebracht.(APA)

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