Grüner Lärm um Flughafen-Mediation

16. April 2003, 20:07
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Ärger über zunehmende Flüge über die Stadt ohne zusätzliche lärmmindernde Maßnahmen

Wien - Mediation funktioniert nur, wenn alle Beteiligten an einem Tisch sitzen. Nachdem sich aber vor knapp einem Monat - DER STANDARD berichtete - eine Gruppe von sieben Wiener Bürgerinitiativen (die "Plattform gegen die dritte Piste") aus dem Mediationsprozess um die Ausbaupläne des Wiener Flughafens verabschiedet hat, machen sich nun auch die Grünen Sorgen um das Verfahren.

Lebensqualität

Konkret warnt Grünen-Gemeinderätin Susanne Jerusalem angesichts zunehmender Landeanflüge über der Stadt davor, die Bürger zu vertrösten und "an der Nase herumzuführen". Der Bürgermeister möge aktiv werden: "Es ist nicht akzeptabel, dass sich der Landeshauptmann wie ein Aktienbesitzer verhält und ihm zur Lebensqualität der Bevölkerung nichts einfällt", kritisierte Jerusalem.

Anstieg der Landungen

Schließlich, so die Grünen-Mandatarin, würden durch den Anstieg der Landungen auf Piste 11 des Airports vor allem Favoriten, Simmering, Rudolfsheim-Fünfhaus und Penzing belästigt. Von 1998- 2002 sei hier die Zahl der Landungen auf 14.384 gestiegen - ein Plus von über 50 Prozent.

Für die Wiener VP mahnt auch deren Verkehrssprecher Wolfgang Gerstl Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Wiener Bevölkerung ein, erinnert aber auch an die wirtschaftliche Wichtigkeit des Airports. Die SPÖ weist die Kritik zurück: Das Mediationsverfahren befände sich in einer wichtigen Phase, die Grüne Jerusalem würde jedoch meist durch Abwesenheit glänzen. (red, DER STANDARD Printausgabe 17.4.2003)

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