Matthäus setzt Schlammschlacht fort

16. April 2003, 14:44
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Ex-Coach von Rapid ist mit Edlinger, Herzog, Kuhn und Kollegen noch immer nicht fertig: "Unqualifizierte Leute an wichtigsten Stellen"

Wien - Mit scharfer Kritik am derzeit krisengeschüttelten österreichischen Fußball-Rekordmeister Rapid Wien hat Lothar Matthäus, Ex-Teamchef der Hütteldorfer, aufhorchen lassen. In der Wiener Wochen-Illustrierten "News" nahm der DFB-Rekordteamspieler vor allem Präsident Rudolf Edlinger, Manager Werner Kuhn, Sport-Manager Stefan Ebner und Kapitän Andreas Herzog ins Visier. "Edlinger will Rapid repräsentieren, ist aber nur ein Selbstdarsteller", fuhr der Deutsche erneut schwere Geschütze auf.

"Bei Rapid sitzen unqualifizierte Leute an den wichtigsten Stellen. Manager Kuhn, schön und gut, er soll sich bei Rapid mit dem Steuerberater und Rechtsanwalt auseinander setzen, aber nicht mit dem Sport. Und Ebner weiß nicht einmal, was los ist. Er kommt nicht vom Fach und ist völlig überfordert, ein Schreibtisch-Angestellter. Er ist für den Nachwuchsbereich qualifiziert, aber niemals für den Profi-Betrieb. Da hat so ein Mann nichts zu suchen", erklärte Matthäus.

Herzog nicht verschont

Auch ÖFB-Kapitän Herzog blieb vom Rundumschlag nicht verschont. "Ich wusste schon, warum ich immer gegen den Transfer war. Herzog konnte Rapid nie helfen. Er ist ein Spieler, der versucht hat, noch ein bisschen Fußball zu spielen, wollte seine 100 Länderspiele absolvieren, aber er war nie ein Vorbild auf dem Platz. Er wollte zurück, sein Häuschen bauen, seiner Frau die Heimat geben, er hatte längst seinen Vorruhestand geplant." Herzog habe "die Mannschaft nur gespalten und Nachwuchsspielern den Platz verstellt".

So wie Herzog bekam auch Goalgetter Roman Wallner sein Fett ab. "Bei Wallner weiß man, dass er private Probleme hat, vielleicht auch die falschen Freunde. Ihn muss man anders anpacken, Wallner muss man führen. Er braucht Hilfe innerhalb und außerhalb des Vereins."

Lob für Ivanschitz

Lobende Worte fand der Weltmeister von 1990 nur für Jung-Teamspieler Andreas Ivanschitz. "...., er weiß genau, was er zu tun und zu lassen hat. Er ist für mich ein Jahrhunderttalent, wie Andi Herzog vor 15 Jahren. Schon aus diesem Grund hätte ich Herzog nie zu Rapid zurückgeholt, weil er Ivanschitz kaputt macht.

Doch nicht nur die Personen in den wichtigsten Positionen des Klubs sind für Matthäus schuld an der derzeitigen Misere. "Bei Rapid sind aber auch die kleinen Leute bishin zum Zeugwart ein Problem. Sie machen Stimmung."

Bei Rapid nimmt man's locker

Im Lager von Rapid lösten die Untergriffe des Ex-Teamchefs Kopfschütteln aus. "Matthäus ist Rapid-Vergangenheit. Wer über seinen Charakter Bescheid wissen will, muss nur bei Bayern München anrufen", erklärte Pressesprecher Peter Klinglmüller.(APA)

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    Rapid Wien muss bei Matthäus einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

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