Coca-Cola: Gewinne sprudeln wieder

16. April 2003, 16:57
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Irak-Krieg, deutsches Dosenpfand und Streik in Venezuela haben Quartalsergebnis dennoch belastet

Atlanta - Coca-Cola ist im abgelaufenen Quartal trotz der Konjunkturschwäche in Nordamerika und auf anderen wichtigen Absatzmärkten in die Gewinnzone zurückgekehrt. Auch für die Zukunft zeigte sich der weltgrößte Erfrischungsgetränke-Hersteller am Mittwoch zuversichtlich.

Im ersten Quartal 2003 sei ein Nettogewinn von 835 Mio. Dollar (771 Mio. Euro) oder 34 Cent je Aktie erzielt worden nach einem Verlust von 194 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen am Firmensitz in Atlanta mit. Coca-Cola, dessen größter Konkurrent auf dem nordamerikanischen Markt PepsiCo ist, hat nach eigenen Angaben seinen Mitbewerbern Marktanteile abgenommen. Ohne Einmalposten verbuchte das Unternehmen im ersten Quartal einen Gewinn von 37 Cent je Aktie, wie er auch von Analysten im Durchschnitt prognostiziert worden war.

Geschäft beeinträchtigt

Das Unternehmen teilte mit, der US-geführte Krieg gegen den Irak, der Generalstreik in Venezuela und das in Deutschland eingeführte Dosenpfand hätten das Geschäft im abgelaufenen Quartal beeinträchtigt. Auf die Frage, ob die antiamerikanische Stimmung in einigen Teilen der Welt die Geschäfte beeinflusst habe, sagte Coca-Cola-COO Steve Heyer: "Wir haben nicht den Eindruck, dass sich dieses Thema ausweisbar auf unser Ergebnis ausgewirkt hat."

Umsatzanstieg

Der Umsatz stieg im ersten Quartal auf 4,5 Mrd. Dollar im Vergleich zu 4,08 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Während der Absatz auf dem wichtigem nordamerikanischen Markt um drei Prozent stieg, sank er in Europa und dem Nahen Osten um rund ein Prozent, was jedoch zum Teil durch ein Wachstum in Lateinamerika und Asien wettgemacht wurde.

Optimismus

"Wenn wir nach vorne schauen, sind wir zuversichtlich, dass sich unser Ergebnis in diesem Jahr verbessert, da wir die kurzfristigen externen Faktoren, die in diesem Quartal zu Buche geschlagen haben, überwinden", sagte Coca-Cola-Chef Douglas Daft. Analysten hatten gesagt, der Erfolg des Unternehmens in diesem Jahr hänge stark davon ab, wie die Marketing-Strategien für seine Kernmarken anschlügen. Das Unternehmen war in der Vergangenheit dafür kritisiert worden, nicht an die Marketing-Erfolge von Pepsi heranreichen zu können.

Aktien fallen

Die Aktien des Unternehmens fielen am Mittwoch an der New Yorker Wall Street um 5,5 Prozent auf 40,19 Dollar. Seit dem Amtsantritt von Daft vor drei Jahren hatten die Titel rund 25 Prozent verloren. (APA/Reuters)

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