Kartellbehörden stimmen Übernahme des ÖBV durch Klett zu

16. April 2003, 13:55
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Verkauf damit rechtswirksam - Hölder-Pichler-Tempsky übernimmt Mehrheit am Schulbuchverlag hpt&öbv

Die österreichische und die deutsche Kartellbehörde haben der Übernahme des Österreichischen Bundesverlages (ÖBV) durch die Stuttgarter Verlagsgruppe Klett zugestimmt. Damit ist der im Dezember des Vorjahres beschlossene Verkauf der Bundesanteile am größten österreichischen Buchverlag rechtswirksam, hieß es in einer Aussendung der deutschen Verlagsgruppe. Der in österreichischem Eigentum stehende Verlag Hölder-Pichler-Tempsky übernahm mit 51 Prozent die Mehrheit am Schulbuchverlag hpt&öbv, bestätigte Eigentümer Gustav Glöckler gegenüber der APA.

Kartellbehörden stimmten zu

Das deutsche Kartellamt hat am 9. April der Übernahme zugestimmt, zuvor war das österreichische Kartellamt schon am 7. April zu einem positiven Entscheid gekommen. "Wir schätzen den ÖBV als renommiertes, traditionsreiches Unternehmen und als einen exponierten Bestandteil der österreichischen Kultur und Bildung", meinte der Vorstandsvorsitzende der Ernst Klett AG, Michael Klett, laut der Aussendung. Die Klett-Gruppe und der ÖBV sind zuvor schon seit 30 Jahren Geschäftspartner gewesen und betreiben die Vertriebsfirma ÖBV-Klett-Cotta mit Sitz in Wien und den Kinderbuchverlag J. F. Schreiber in Esslingen.

Marktposition ausbauen

Gustav Glöckler von Hölder-Pichler-Tempsky meinte in einer Aussendung, "die neue Gesellschafterstruktur bietet uns die Möglichkeit, die jahrelange erfolgreiche Zusammenarbeit mit Klett jetzt stark zu intensivieren und die Marktposition von öbv&hpt auszubauen, um den österreichischen Lehrern und Schülern ein noch breiteres, moderneres und qualitativeres Schulbuchprogramm anzubieten." Glöckler hatte zuvor 47 Prozent an hpt&öbv gehalten und sein Vorkaufsrecht ausgeübt.

Kaufpreis von 24 Millionen Euro

Der ausverhandelte Kaufpreis von 24 Mio. Euro für den ÖBV ist von Klett in zwei Tranchen zu begleichen: 3,7 Mio. Euro sind bis 30. November 2004 an die Republik zu bezahlen, weitere 20,3 Mio. Euro sind am 31. Jänner 2006 fällig. Klett sicherte im Kaufvertrag zu, dass der bestehende Schulbuch- und Kulturauftrag bis Ende 2007 erfüllt wird und insbesondere die Publikumsverlage Residenz, Deuticke und Christian Brandstätter bis zu diesem Zeitpunkt weitergeführt werden.

Bis dahin muss eine Mindestzahl österreichischer Titel publiziert und die im Verlag bereits erschienenen österreichischen Titel gepflegt und erhalten werden. Die heimischen Autorenrechte werden bei den österreichischen Publikumsverlagen verbleiben. Auch die Beibehaltung des Standorts Österreich unter Beachtung einer verlagsspezifischen Mindestinfrastruktur wurde von Klett zugesichert.

Die Klett-Gruppe hat nach eigenen Angaben einen jährlichen Umsatz von knapp 317 Millionen Euro. (APA)

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