Geheimnisvolle Suspendieung im Krankenhauses Friesach

16. April 2003, 13:20
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Stillschweigen über die Gründe der Dienstaufkündigung des bekannten Mediziner aus Kärnten

Klagenfurt - Einer der bekanntesten Mediziner Kärntens, Primarius Georg Lexer, wurde in seiner Funktion als medizinischer Leiter des Krankenhauses Friesach vom Dienst suspendiert.

Über die Gründe für die Freistellung wurde Stillschweigen bewahrt. Lexer hatte vergangenen Herbst für Schlagzeilen gesorgt, als sich Kurzzeit-FP-Chef Mathias Reichhold wegen Herzproblemen in seine Obhut begeben hatte.

Seit mehr als zwanzig Jahren in leitender Funktion

Lexer selbst wollte am Mittwoch zu seiner Suspendierung keine Stellungnahme abgeben, er sei sich jedenfalls keiner Schuld bewusst. Verwaltungsdirektor im Deutschordensspital in Friesach ist seit vergangenen Herbst Günther Schwegl. Auch er verweigerte die Auskunft und verwies darauf, dass Vertraulichkeit vereinbart worden sei. Am Mittwoch informierte Schwegl die zuständigen Behörden beim Land Kärnten über die provisorische Besetzung der medizinischen Leitung mit dem Anästhesiologen Franz Lehofer, der laut Schwegl seit mehr als 20 Jahren in leitender Funktion in Friesach tätig ist. Die Kärntner Ärztekammer wird Lexer für den zu erwartenden Rechtsstreit einen Anwalt zur Verfügung stellen, sagte Präsident Othmar Haas am Mittwoch.

Überraschungen

Seit der Bestellung Schwegls zum Verwaltungsdirektor durch den Orden hatte es im Friesacher Krankenhaus bereits mehrere Personalentscheidungen gegeben, die für Überraschung gesorgt hatten. So wurde eine Qualitätsmanagerin gekündigt und ein Oberarzt der radiologischen Abteilung entlassen. Dieser hat gegen die Entscheidung einen Prozess angestrengt, das Verfahren beim Arbeitsgericht ist noch anhängig.

Bewiligung

Einer der Gründe für die Suspendierung Lexers könnte in der von ihm betriebenen Realisierung einer so genannten Naturheilklinik liegen. Diese als ganzheitliches Kompetenzzentrum konzipierte Klinik wurde vor zwei Jahren eröffnet, der Bau hatte 4,3 Millionen Euro gekostet. Was bis heute fehlt, ist die Bewilligung als Klinik, das Haus hat derzeit lediglich eine Hotelwidmung, die Auslastung lasse zu wünschen übrig, hieß es seitens des Ordens. (APA)

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