Kunsthändler fordern "besondere Aufmerksamkeit"

16. April 2003, 13:15
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Gefragt: Informationen zu Plündergut aus dem Irak

London/Wien - Die Internationale Konföderation der Kunst- und Antiquitätenhändler mit Sitz in Brüssel ersucht ihre Mitgliedsgesellschaften in 22 Ländern im Zusammenhang mit den Museumsplünderungen im Irak, der Provenienz angebotener oder ausgestellter mesopotamischer Kunstwerke "besondere Aufmerksamkeit" zu schenken.

Die Vereinigung zeigte sich in einer Aussendung weiters "tief bestürzt", dass die amerikanischen und britischen Streitkräfte den Schutz wirtschaftlicher Einrichtungen wie Ölquellen "sorgfältig geplant" hatten, jedweden Schutz des "unersetzlichen Kulturerbes" im irakischen Nationalmuseum in Bagdad jedoch vernachlässigt haben. Die Londoner "Times" bezifferte die Zahl der bei den Plünderungen am vergangenen Freitag geraubten oder zerstörten Objekte auf 170.000.

Auch andere Teilnehmer am Kunstmarkt wie Sammler, Museen und Auktionshäuser, werden in der Aussendung aufgerufen, in diesem Zusammenhang besondere Sorgfalt walten zu lassen. In der Aussendung der Konföderation werden die Streitkräfte angehalten, aus dem "tragischen kulturellen Verlust" zu lernen und "zeitgerecht Schutz anderer Weltkulturstätten im Irak" sicherzustellen.

Bitte um Informationen

Weiters spricht sich die Organisation dafür aus, dass Archäologen und internationale Kulturerbe-Institutionen wie die UNESCO so bald wie möglich alle wissenschaftliche Information über die die Kulturgegenstände, die im Nationalmuseum geraubt, verloren oder zerstört worden sein könnten, zugänglich machen. Je früher solche Information öffentlich gemacht werde, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass einige dieser Schätze identifiziert, zurückgeholt und erhalten werden können. (APA)

(S E R V I C E - )

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