Schröder will nicht mit Bush telefonieren

16. April 2003, 12:56
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Treffen "spätestens" bei G-8-Gipfel in Evian Anfang Juni

Berlin - Anders als Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac will der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder vorläufig nicht US- Präsident George W. Bush anrufen.

Dafür gebe es zur Zeit keine Absicht, erklärte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Berlin. Der Sprecher wies darauf hin, dass Schröder den US-Präsidenten spätestens beim G-8-Treffen der führenden Wirtschaftsnationen im französischen Evian Anfang Juni treffen werde.

Chirac hatte nach den schweren Differenzen mit Washington vor dem Irak-Krieg am Vortag erstmals seit dem 7. Februar wieder mit Bush telefoniert. Die Initiative dazu war von Chirac ausgegangen. Er hatte dabei die Hilfe Frankreichs beim Wiederaufbau Iraks angeboten.

Schröder und Bush waren das letzte Mal beim NATO-Gipfel in Prag vom 21. bis 22. November vergangenen Jahres kurz zusammengetroffen. Zuletzt miteinander telefoniert hatten beide am 8. November 2002, als der Kanzler dem Präsidenten zum Sieg der Republikaner bei den Kongresswahlen gratulierte.

Bush hatte offensichtlich aus Verärgerung über die ablehnende Haltung Schröders zum Irak-Krieg seinerseits Schröder nicht zum Sieg bei der Bundestagswahl oder zu seiner Wiederwahl als Kanzler im Bundestag beglückwünscht. Schröder hatte in der letzten Woche sein Interesse an der Fortsetzung enger transatlantischer Beziehungen bekräftigt, aber mit Blick auf persönliche Gespräche mit Bush hinzugefügt, er werde sich nicht aufdrängen. (APA/dpa)

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    Keine Lust zum Telefonieren

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