Intel "verhalten optimistisch"

16. April 2003, 14:31
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Umsatz im ersten Quartal konstant - Geschäft mit Flash-Handy-Chips eingebrochen - Neuer Notebook-Prozessor soll Geschäft beflügeln

München/Wien - Der weltgrößte Chiphersteller Intel ist nach dem schnellen Ende des Irak-Kriegs "verhalten optimistisch" für das Gesamtjahr 2003. Dies erklärte Intel-Europachef Jürgen Thiel am Mittwoch im Gespräch mit der APA. Für eine Prognose sei es allerdings "noch zu früh". Im ersten Quartal habe sich der Irak-Krieg nicht auf das Intel-Geschäft ausgewirkt. "Die Sache ist aber noch nicht zu Ende, wir werden die Entwicklung weiter mit Vorsicht betrachten", sagt Thiel.

Der Intel-Konzern hat in den ersten drei Monaten 2003 einen leichten Umsatz- und Gewinnrückgang erlitten. Die Erlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr von 6,87 Mrd. auf 6,75 Mrd. Euro, der Quartalsgewinn von 936 Mio. auf 915 Mio. Euro. Der Konzern lag damit am oberen Ende der Prognose. Konzernchef Craig R. Barrett sprach von einer soliden finanziellen Leistung. Die Aktien des Unternehmens stiegen nachbörslich kräftig um 77 Cent auf 17,90 Dollar.

Einbußen hat der Intel-Konzern zu Beginn 2003 in erster Linie in den USA erlitten. Der Quartalsumsatz fiel in Nord- und Südamerika auf 1,92 (2,21) Mrd. Dollar. Vor allem das Geschäft mit Handy-Speicherchips - so genannten Flash Memorys - ist nach einer Preiserhöhung im ersten Quartal eingebrochen. Mit einer Preiskorrektur will der Konzern aber vorerst noch abwarten, zumal mit den neuen Handys, die auch Bild und Video unterstützen, ein kräftiger Anstieg der Nachfrage nach solchen Chips erwartet werde, betont Europachef Thiel.

In Europa ist der Intel-Umsatz im ersten Quartal um 5 Prozent gestiegen. Der Europachef ortet hier bereits einen leichten Erholungstrend. Nach monatelangem Zögern hätten große Firmen nun im ersten Quartal begonnen, ihre PCs auszutauschen und teilweise auch auf Notebooks umzusteigen. Ob sich dieser Trend fortsetzen werde, bleibe aber noch abzuwarten. Die Situation am IT-Markt sei "sicherlich noch angespannt", sagt Thiel.

Für das zweite Quartal 2003 erwartet man einen Umsatz von 6,4 bis 7 Mrd. Dollar und eine Bruttomarge von 50 Prozent gegenüber 52 Prozent in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Die Bruttomarge für 2003 dürfte bei 51 Prozent liegen.

Beflügeln soll das Geschäft nun ein spezieller Notebook-Prozessor namens Centrino. Im ersten Quartal damit auf den Markt gekommen, hat Intel bis Ende März bereits rund 100.000 Centrino-Chips verkauft. Im zweiten Quartal soll der weltweite Absatz auf über 1 Million ansteigen. Auch in Österreich habe man bereits einige Centrino-Chips verkauft. Intel plant nun eine Kooperation mit einem österreichischen Provider. Sie soll bis spätestens Juni stehen und das Geschäft im mobilen Bereich hier zu Lande noch weiter beleben.

Eine gute Nachfrage sieht in Thiel in Österreich auch weiterhin bei Klein- und Mittelbetrieben. Der Trend der vergangenen Quartale habe sich Anfang 2003 weiter fortgesetzt. Sowohl bei PCs, als auch bei Servern gebe es in diesem Segment eine "gute Entwicklung". (APA)

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    Eine Silicium-Scheibe: Basis für einen guten Chip aber nicht unbedingt für gute Gewinne.

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