Wirtschaft verbucht leicht positive Leistungsbilanz

16. April 2003, 12:07
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Überschuss bis Ende Februar um 0,43 Milliarden Euro gestiegen

Wien - Österreichs Leistungsbilanz ist in den ersten beiden Monaten dieses Jahres auf Basis von Zahlungsströmen mit 0,43 (Vorjahr 0,13) Mrd. Euro leicht positiv ausgefallen. Dies gab die Oesterreichische Nationalbank heute, Mittwoch, bekannt.

Die Bilanz der Waren- und Dienstleistungszahlungen verzeichnete von Jänner bis Ende Februar 2003 einen mit 1,28 (nach 1,10) Mrd. Euro etwas höheren Überschuss. Die Reiseverkehrsbilanz als wichtigste Komponente der Dienstleistungen wies einen leicht rückläufigen positiven Saldo von 1,58 (nach 1,71) Mrd. Euro aus. Die OeNB begründete dies einerseits mit einem Anstieg der Reiseverkehrsausgaben der Österreicher um 7 Prozent und andererseits mit einem Rückgang der Einnahmen um 3 Prozent - teilweise bedingt durch eine Ferienverschiebung in wichtigen Herkunftsländern.

Der Saldo der Einkommensbilanz war mit minus 0,79 Mrd. Euro gegenüber minus 0,82 Mrd. Euro fast unverändert. Dabei zeigten die Einkommen aus Portfolioinvestitionen geringere Abflüsse (minus 1,00 Mrd. Euro gegenüber minus 1,14 Mrd. Euro in den Vergleichsmonaten 2002). Die Einkommenzuflüsse in der Position "aus Sonstigem" - im Wesentlichen der kurzfristige Kapitalverkehr des Bankensystems - lagen dagegen unter dem Vergleichswert. Einkommen aus Direktinvestitionen entsprachen laut OeNB annähernd dem Vorjahresniveau.

Das Defizit im Bereich der Laufenden Transfers reduzierte sich im Berichtszeitraum von minus 0,41 Mrd. Euro auf minus 0,05 Mrd. Euro. Die Bilanz der Vermögensübertragungen, die im Vergleichszeitraum ein Defizit von 0,15 Mrd. Euro aufwies, zeigte mit minus 0,03 Mrd. Euro ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis.

Die Kapitalbilanz habe im Berichtszeitraum Nettozuflüsse aus Portfolioinvestitionen und - wenngleich volumenmäßig vergleichsweise gering - aus Direktinvestitionen sowie Nettokapitalabflüsse aus Sonstigen Investitionen aufgewiesen, teilte die OeNB weiter mit.

Deutlich rückläufig waren die Portfolioinvestitionen österreichischer Anleger im Ausland: Das Investitionsvolumen verringerte sich von 10,69 auf 4,41 Mrd. Euro. Auch die Veranlagungen ausländischer Investoren in österreichischen Wertpapieren lagen mit 6,22 Mrd. Euro unter dem Vergleichswert 2002 (8,63 Mrd. Euro). Per Saldo ergaben sich Kapitalzuflüsse in Höhe von 1,82 Mrd. Euro. Langfristige festverzinsliche Wertpapiere waren weiterhin das bedeutendste Anlage-Instrument.

Österreichische Direktinvestitionen im Ausland waren mit einem Volumen von 0,36 (nach 0,31) Mrd. Euro wenig verändert. Ausländische Direktinvestoren veranlagten in Österreich mit 0,45 Mrd. Euro mehr als in den ersten beiden Monaten 2002 (0,10 Mrd. Euro).

Nettokapitalabflüsse aus Sonstigen Investitionen, die hauptsächlich durch den kurzfristigen Kapitalverkehr des Bankensystems bestimmt werden, verzeichneten mit minus 2,39 (nach minus 0,18) Mrd. Euro einen deutlichen Anstieg. Die offiziellen Währungsreserven verzeichneten den Angaben zufolge eine transaktionsbedingte Abnahme in Höhe von 0,53 Mrd. Euro. (APA)

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