Obasanjo formell zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt

23. April 2003, 13:54
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Opposition verweigert Anerkennung des Ergebnisses

Abuja - Der nigerianische Staatschef Olusegun Obasanjo ist am Dienstag offiziell zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt worden. Obasanjo habe nach Auszählung aller Wahlzettel doppelt so viele Stimmen erreicht wie sein Herausforderer Muhammadu Buhari, teilte ein Sprecher der amtlichen Wahlkommission mit. Das entspreche fast 62 Prozent der Stimmen für Obasanjo und etwa 32 Prozent für seinen Rivalen Buhari.

Obasanjo nahm die Wahl in einer Erklärung an. Der Vorsitzende von Buharis Oppositionspartei ANPP, Don Etiebet, verweigerte nach eigenen Angaben die formelle Anerkennung des Ergebnisses.

Dem Resultat zufolge entfielen auf Obasanjo 24.456.140 Stimmen, auf Buhari nur 12.720.029. Die Opposition wirft der Regierung Wahlbetrug vor. Auch Beobachter von EU und USA registrierten nach eigenen Angaben landesweit Manipulationen.

Obasanjo von Kritik unbeeindruckt

Nigerias wiedergewählter Präsident Olusegun Obasanjo sieht trotz internationaler Kritik am Wahlverlauf im Wahlergebnis eine Stärkung der jungen Demokratie in dem afrikanischen Ölexportland.

Er sei überwältigt vom Ausmaß des ihm zugefallenen Mandats, sagte Obasanjo, einstiger Militärmachthaber im volkreichsten Land Afrikas, in seiner Fernsehansprache nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses am Dienstag. Mit der Wahl Obasanjos 1999, die damals noch vom Militär überwacht wurde, waren 15 Jahre der Militärdiktatur in Nigeria zu Ende gegangen.

Generäle

Nach Angaben des Nationalen Wahlausschusses entfielen auf Obasanjo, der aus dem überwiegend christlich geprägten Süden des Landes kommt, 24,5 Millionen Stimmen. Für den Spitzenkandidaten aus dem überwiegend moslemischen Norden, Muhammadu Buhari, ermittelte der Wahlausschuss 12,7 Millionen Stimmen. Beide Spitzenkandidaten hatten früher bereits als Generäle Militärregierungen in Nigeria geführt.

Beobachter der Europäischen Union hatten nach der Wahl erklärt, sie hätten zahlreiche gravierende Unregelmäßigkeiten bei der Präsidenten- und Gouverneurswahl in Nigeria registriert. Auch das US-Außenministerium hatte von glaubwürdigen Berichten über Unregelmäßigkeiten im Wahlverlauf gesprochen.

"Betrügerische Demokratie"

In einer Erklärung der oppositionellen All Nigeria People's Party Buharis hieß es, eine auf der Grundlage dieser "sogenannten Wahl" zustande gekommene Regierung werde von der Opposition als nicht legitimiert angesehen. "Eine betrügerische Demokratie ist schlimmer als eine Diktatur."

Beide Spitzenkandidaten hatten vor der Wahl am Samstag versprochen, sie würden als Präsidenten energisch gegen Korruption, gegen Armut und Verbrechen vorgehen. (APA)

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