Fortuyn-Prozess: Staatsanwalt beruft gegen Urteil

16. April 2003, 13:39
4 Postings

18 Jahre Haft zu geringfügige Strafe - Gericht hielt zeitlich begrenzte Strafe mit der Möglichkeit vorzeitiger Haftentlassung für angemessen

Den Haag - Nach dem Prozess um die Ermordung des niederländischen Rechtspopulisten Pim Fortuyn hat die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Bei der Verurteilung von Volkert van der Graaf (33) zu 18 Jahren Haft habe das Gericht unzureichend berücksichtigt, dass dieser "frontal" gegen alle Prinzipien der Demokratie vorgegangen sei, bemängelt die Anklage. Zudem seien die Richter auch zu wenig darauf eingegangen, dass der Angeklagte kein Bedauern und keine Trauer über seine Tat gezeigt habe, heißt es in der am Mittwoch bekannt gewordenen Begründung.

Staatsanwalt forderte lebenslange Haft

Van der Graaf war am Dienstag in Amsterdam verurteilt worden, weil er nach eigenem Geständnis am 6. Mai 2002, neun Tage vor der Parlamentswahl in den Niederlanden, Fortuyn erschossen hatte. Der Staatsanwalt hatte dafür die in den Niederlanden selten verhängte Strafe von lebenslanger Haft gefordert. Das Gericht hielt dagegen eine zeitlich begrenzte Strafe mit der Möglichkeit vorzeitiger Haftentlassung nach Verbüßung von Zwei Drittel der Haftzeit für angemessen. "Lebenslang" schließt dagegen eine Rückkehr in die Gesellschaft aus.(APA/dpa)

  • Artikelbild
    foto: epa/anp/jan hensema
Share if you care.