USA erwarten langwierige Verhandlungen mit Nordkorea

18. April 2003, 11:39
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Russland begrüßt Wiederaufnahme des Dialogs - EU-Kommissär Patten hält Nordkorea für größeres Problem als Irak

Washington/Seoul - Im Atomstreit mit Nordkorea rechnen die USA mit langen und zähen Verhandlungen. Nach der Zustimmung Pjöngjangs zu Gesprächen unter Einschluss Chinas sagte US-Außenminister Colin Powell der Fernsehnachrichtenagentur APTN, Washington werde den nordkoreanischen Delegierten seine Sorgen über "ihr Programm zur Entwicklung von Atomwaffen, ihre Waffenlieferungen und Raketenprogramme" deutlich zum Ausdruck bringen. Er erwarte keinen schnellen Durchbruch.

USA will Japan, Südkorea und Russland in Dialog einbeziehen

Nach sechsmonatigem Streit kommen die USA und Nordkorea vermutlich bereits in der kommenden Woche erstmals zu Verhandlungen zusammen. An den Gesprächen in Peking sollen auch Vertreter Chinas teilnehmen. Nordkorea hatte erst am Wochenende seinen Widerstand gegen multilaterale Gespräche aufgegeben. Nach dem Treffen in Peking wollen die USA auch weitere Länder wie Japan, Südkorea und Russland in den Dialog einbeziehen.

Russland und Südkorea begrüßen geplanten Gespräche

Russland begrüßte am Donnerstag das geplante Treffen und erklärte sich zur Vermittlung bereit. Moskau werde den Annäherungsprozess nachhaltig unterstützen, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums.

Südkorea begrüßt die geplanten Gespräche. Das Dreier-Treffen in der nächsten Woche in Peking sei jedoch nur die erste Stufe von multilateralen Verhandlungen über den Konflikt, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung des Außenministeriums in Seoul. Südkorea werde sich dafür einsetzen, an den Gesprächen später teilzunehmen.

Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun sagte zuvor, dass ein gutes Ergebnis der Gespräche wichtiger sei als die Form der Verhandlungen. Roh antwortete damit auf Kritik im eigenen Land am Ausschluss Südkoreas von den Gesprächen. Südkorea hatte bisher gefordert, von Anfang an an den von den USA geforderten multilateralen Verhandlungen beteiligt zu werden.

Konflikt zwischen USA und Nordkorea hat sich seit Oktober verschärft

Der Konflikt zwischen USA und Nordkorea verschärfte sich im Oktober, nachdem Pjöngjang nach US-Angaben eingeräumt hatte, ein geheimes Atomprogramm zu unterhalten. Die USA und ihre Verbündeten stellten daraufhin ihre Öllieferungen ein. Nordkorea reagierte mit dem Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag und der Ausweisung der Kontrolleure der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).

Pjöngjang braucht Ansporn von der internationalen Gemeinschaft

Nordkorea könnte nach Ansicht von EU-Außenkommissär Chris Patten ein größeres Problem als der Irak werden, wenn es sich nicht wieder in die Völkergemeinschaft eingliedert. "Wenn wir wollen, dass Nordkorea wieder Anschluss an die Menschheit und unseren Planeten findet, dann müssen wir ihnen Ansporn geben", sagte Patten am Donnerstag vor dem australischen Nationalen Presseclub in Canberra.

Problem des nordkoreanischen Atomprogramms

Es sei wichtig, das Problem des nordkoreanischen Atomprogramms anzuschneiden. "Wir müssen hinsichtlich Transparenz, Inspektionen und Überprüfung mehr von ihnen fordern", sagte Patten. Er hoffe, dass mit "konstruktiver, undogmatischer Diplomatie" der USA, unterstützt von der Weltgemeinschaft, insbesondere von China, Japan und Russland, ein Problem gelöst werden könne, das potenziell sehr viel ernster als der Irak sei. "Ich hoffe das, weil die Alternativen zu schlimm sind, um sie zu erwägen." (APA/AP/dpa)

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    Nordkoreanische Soldaten patrouillieren an der Grenze zu Südkorea.

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    Vor gut einem Jahr blickte Bush an der innerkoreanischen Grenze in Richtung "Achse des Bösen". Nun stimmte mulitlateralen Gesprächen zu. Damit kommt möglicherweise Bewegung in den Konflikt zwischen den USA und Nordkorea.

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    Die Stimmung in N-Korea der USA gegenüber hat sich seit Beginn des Irak-Krieges weiter verschlechtert - Die USA rechnen mit langen und zähen Verhandlungen

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