Palästinensische Regierung fordert Freilassung von Abu Abbas

16. April 2003, 10:48
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Erekat: Festnahme verstößt gegen Nahost-Abkommen

Gaza - Die palästinensische Regierung hat die Freilassung des von US-Spezialtruppen im Irak gefangen genommenen Anführers der terroristischen Splittergruppe "Palästinensische Befreiungsfront" (PLF), Abu Abbas, gefordert. Dessen Festnahme verstoße gegen das Nahost-Abkommen von 1995, sagte der palästinensische Kommunalminister und frühere Chefunterhändler Saeb Erekat am Mittwoch in Gaza.

"Im palästinensisch-israelischen Zwischenabkommen, das am 28. September 1995 unterzeichnet wurde, ist festgelegt, dass Mitglieder der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) nicht festgenommen oder wegen Angelegenheiten abgeurteilt werden dürfen, die vor dem Oslo-Friedensabkommen vom 13. September 1993 begangen wurden", sagte Erekat. Die USA müssten Abbas daher auf freien Fuß setzen. Die PLF gehört der PLO an.

Abbas ist Drahtzieher der Entführung des italienischen Kreuzfahrtschiffes "Achille Lauro", das 1985 von palästinensischen Extremisten gekapert worden war. Die Entführer hatten einen Passagier, den behinderten US-Bürger Leon Klinghoffer, erschossen und in seinem Rollstuhl über Bord geworfen. Abbas war nicht auf dem Schiff, wurde aber wegen seiner Drahtzieherrolle in Italien in Abwesenheit zu fünf Mal lebenslanger Haft verurteilt.

Da Abbas sich von der Gewalt losgesagt hat, kann er in Israel nach einem höchstrichterlichen Urteil aus dem Jahr 1998 nicht mehr wegen seiner Rolle bei der Schiffsentführung belangt werden. (APA/Reuters)

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