Türkei boykottiert EU-Unterzeichnungzeremonie in Athen

16. April 2003, 10:30
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Gül reist erst nach Unterzeichnungszeremonie zum Gipfel

Istanbul - Die türkische Regierung will die Athener Unterzeichnungszeremonie für die zehn neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union am Mittwoch boykottieren. Außenminister Abdullah Gül werde erst nach der Zeremonie am Abend nach Athen fliegen, berichteten mehrere türkische Medien am Morgen übereinstimmend. Gül werde erst zum Abendessen in der griechischen Hauptstadt erwartet. Mit dem Boykott der für den Nachmittag geplanten Zeremonie will die Türkei ihren Protest gegen die bevorstehende Aufnahme der griechischen Republik Zypern dokumentieren. Die Mittelmeerinsel ist seit 1974 in einen griechischen und einen türkischen Sektor geteilt.

Haupthindernis Zypern-Konflikt

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte schon vor Tagen angekündigt, nicht selbst nach Athen reisen zu wollen. Der türkisch-zypriotische Volksgruppenführer Rauf Denktas forderte die türkische Regierung auf, dem Treffen in Athen ganz fernzubleiben. Der Zypern-Konflikt ist ein Haupthindernis bei der weiteren Heranführung Ankaras an die EU. Die Türkei ist der einzige der 13 EU-Bewerberstaaten, mit dem noch keine Beitrittsverhandlungen geführt werden. Ein UNO-Wiedervereinigungsplan wurde im Februar von der Führung der türkischen Volksgruppe abgelehnt.(APA/AFP)

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