"Freie Irakische Kräfte" rücken in Bagdad ein

16. April 2003, 13:28
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Irakische US-Hilfstruppe aus Exil-Irakern - Feindseligkeiten zwischen Kurdengruppen

Bagdad/Gaza - Die US-Armee hat am Mittwoch rund 120 Exil-Irakis einer von ihr ausgebildeten Hilfstruppe nach Bagdad gebracht. Die Plünderungen in der irakischen Hauptstadt hielten indessen an, US-Soldaten griffen nicht ein. In der nordirakischen Metropole Mosul kam es wieder zu Zusammenstößen mit Toten und Verletzten.

Die Mitglieder der US-Hilfstruppe mit dem Namen "Freie Irakische Kräfte" würden in einem Vorort der Hauptstadt stationiert und sollten auf den Straßen für Ruhe und Ordnung sorgen, berichtete der US- Fernsehsender CNN. Die mehrere Hundert Mann starke Gruppe war in Ungarn vom US-Militär auf ihren Einsatz vorbereitet worden. US- Soldaten haben unterdessen im Irak erneut versehentlich einen eigenen Kameraden getötet. Der Marineinfanterist sei mit einem feindlichen Soldaten verwechselt worden, teilte das US-Zentralkommando mit.

Auf dem Messegelände von Bagdad stürmten am Mittwoch hunderte Menschen mehrere Lagerhäuser und transportierten Säcke mit Zucker, Tee und Mehl ab. Zur Sicherung von Krankenhäusern und anderen wichtigen Infrastruktureinrichtungen patrouillierten US-Marine- Infanteristen, die teilweise von irakischen Polizisten begleitet wurden. Die Soldaten begannen mit dem Aufbau eines Mobilfunkdienstes, der bis zur Reparatur des regulären Telefonsystems für Notdienste zur Verfügung stehen soll.

Die südlich gelegene Stadt Mosul war laut "Al Jazeera" auch am Mittwoch Schauplatz von blutigen Zusammenstößen. Nach einem Bericht der "New York Times" waren am Vortag bei Auseinandersetzungen zwischen US-Marine-Infanteristen und einer Steine werfenden Menge mindestens zehn Irakis getötet worden, 16 weitere wurden verletzt. Auch zwischen den rivalisierenden Kurdenparteien KDP und PUK brachen neue Feindseligkeiten aus. (APA/ag./dpa)

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