Israel riegelt erneut Gazastreifen und Westjordanland ab

16. April 2003, 08:41
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Geheimdienstwarnungen vor geplanten Terroranschlägen während des jüdischen Passah-Festes - Armee tötet Hamas-Terorristen im Westjordanland

Jerusalem - Die israelischen Streitkräfte haben am späten Dienstagabend die vorübergehende Abriegelung der palästinensischen Autonomiegebiete angekündigt. Zur Begründung hieß es, es gebe Geheimdienstwarnungen vor geplanten Terroranschlägen während des jüdischen Passah-Festes, das am Mittwoch beginnt. Palästinensische Sicherheitskräfte teilten mit, sie seien darüber informiert worden, dass ab 03.00 Uhr Ortszeit (02.00 MESZ) alle Grenzübergänge vom Gazastreifen und dem Westjordanland nach Israel gesperrt seien.

Die Armee riegelte am Morgen die besetzten palästinensischen Gebiete vollständig ab. Ein Militärsprecher teilte in Jerusalem mit, Israel wolle damit mögliche Extremistenanschläge zum jüdischen Pessachfest verhindern. Die Abriegelung werde bis mindestens Sonntag in Kraft bleiben. Auch die Grenzübergänge zu Jordanien und Ägypten blieben geschlossen.

Die Feiertage beginnen am Mittwochabend traditionell mit dem Seder-Mahl. An den Feiertagen im vergangenen Jahr waren bei einem palästinensischen Selbstmordanschlag in Netanya 29 Menschen getötet worden. Israelische Soldaten haben am Mittwochmorgen ein Mitglied der radikalen islamischen Terrorrganisation Hamas im Westjordanland erschossen. Der etwa 30-jährige Aktivist sei in Jatta in der Nähe von Hebron tödlich getroffen worden, teilten palästinensische und israelische Stellen übereinstimmend mit. Er habe sich seiner geplanten Festnahme widersetzt und aus seinem Haus das Feuer auf Soldaten eröffnet, sagte ein Armeesprecher. Daraufhin sei der Mann getötet worden. (APA7dpa)

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