Syrien bringt UN-Resolutionsentwurf gegen Massenvernichtungs- waffen ein

17. April 2003, 16:27
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Unterstützung der Atommächte Russland, China und Pakistan - US-Außenminister Powell will nach Damaskus reisen

New York - Syrien hat am Mittwoch im Weltsicherheitsrat der UNO in New York einen Resolutionsentwurf eingebracht, der den Nahen Osten zu einer von Massenvernichtungswaffen freien Zone erklärt. Zugleich wies der syrische UN-Botschafter Michail Wehbe Vorwürfe der USA zurück, sein Land verfüge über chemische Waffen. Die Resolution ist gegen Israel gerichtet, das nach allgemeiner Einschätzung über Atomwaffen verfügt.

Die Atommächte Russland, China und Pakistan erklärten, sie unterstützten prinzipiell den arabischen Vorschlag. Auch die USA zeigten sich grundsätzlich mit der Idee eines Nahen Ostens ohne Massenvernichtungswaffen einverstanden, erneuerten aber ihre Kritik an Syrien. Vermutlich wird am Donnerstag erstmals über den Resolutionsentwurf beraten.

Powell will nach Damaskus

US-Außenminister Colin Powell will nach eigenen Worten nach Damaskus reisen und dort mit dem syrischen Präsidenten Bashar el Assad über die jüngsten Spannungen zwischen beiden Ländern reden. Zwischen Washington und Damaskus gebe es zahlreiche diplomatische Kontakte, sagte Powell am Mittwoch der Fernsehnachrichtenagentur APTN. Außerdem liefen Vermittlungen über Großbritannien, Frankreich und Spanien. Einzelheiten, wann er nach Syrien zu reisen gedenkt, nannte Powell nicht.

Syrien begrüßt angekündigten Besuch Powells

Syrien begrüßt nach Angaben von Außenminister Faruk Sharaa den angekündigten Besuch von US-Außenminister Colin Powell in Damaskus. Er wisse nicht genau, ob Powell bereits beschlossen habe, Syrien zu besuchen, sagte Sharaa am Donnerstag in Kairo nach Gesprächen mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak. Syrien würde den Besuch als Geste guten Willens und Gelegenheit zur Aussprache begrüßen. Die USA haben Syrien beschuldigt, flüchtigen Repräsentanten des gestürzten irakischen Regimes Zuflucht zu gewähren und Chemiewaffen zu produzieren. Sharaa hat die Vorwürfe als Versuch der USA zurückgewiesen, von Schwierigkeiten ihrer Truppen im Irak abzulenken.

Für einen Syrien-Besuch von US-Außenminister Powell gibt es nach einem Bericht der "Washington Post" bisher weder einen Termin noch eine Reiseplanung. Sollte ein solcher Besuch stattfinden, sei es wahrscheinlich, dass er im Rahmen einer größeren Nahost-Reise stattfinde, zitierte die Zeitung am Donnerstag US-Regierungskreise. Diese solle dazu dienen, den blockierten gekommenen israelisch-palästinensischen Friedensprozess wieder in Gang zu bringen.

(APA/AP)

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