Wien: Zwei Polizisten bei Jagd auf Einbrecher angeschossen

16. April 2003, 13:09
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Bei der Verfolgung kam der Flüchtende an die Polizeiwaffe - möglicher Täter mittlerweile verhaftet

Wien - Mehrmals sind in der Nacht auf Mittwoch, Anrainer in der Donaustadt durch Schüsse aufgeschreckt worden. Ein Kriminalbeamter war auf zwei mutmaßliche Einbrecher aufmerksam geworden und hatte einer herbeigerufenen Funkwagenbesatzung bei der Amtshandlung geholfen.

Schussabgaben

Im Zuge eines Gerangels kam es zu mehreren Schussabgaben, zwei Polizisten wurden zum Teil schwer verletzt. Bei der anschließenden Großfahndung wurde ein zunächst Verdächtiger durch einen Treffer ins Bein gestoppt.

Dämmerungseinbrüche

Ein Angehöriger der Drogengruppe in der Kriminaldirektion 1 (KD 1) war am Dienstagabend in der Strohblumengasse auf zwei Männer aufmerksam geworden. In der Gegend sind zuletzt mehrmals Dämmerungseinbrüche begangen worden, berichtete Dr. Ernst Geiger, Leiter der KD 1, bei einer Pressekonferenz am Mittwochvormittag. Der Beamte außer Dienst verständigte seine Kollegen mittels Notruf. Eine Funkwagenbesatzung und der Fahnder in zivil stellten kurz darauf die Verdächtigen.

Flucht

"Beim Perlustrierungsversuch ergriffen die beiden die Flucht", sagte Geiger. Die Polizisten gaben mehrere Schreckschüsse ab, ein 35-jähriger Mann wurde festgenommen.

Verfolgung

Zwei Beamte verfolgten seinen mutmaßlichen Komplizen und versuchten, ihn zu überwältigen. Dabei kam es zu einem Gerangel, dem Einbrecher gelang es, einem Streifenpolizisten die Dienstwaffe, eine Glock 17, zu entreißen. Der Täter schoss dem Kriminalbeamten durch den Oberschenkel, den Uniformierte verletzte ein abgefeuertes Projektil an der Hand. Der genaue Ablauf des Vorfalls musste erst rekonstruiert werden. "Ein ernsthaftes Gespräch mit den Beamten war auf Grund ihrer Verletzungen noch nicht möglich", betonte Karl Mahrer, stellvertretender Generalinspektor der Sicherheitswache.

Der Drogenfahnder wurde mit einem ÖAMTC-Hubschrauber ins AKH geflogen und noch in der Nacht operiert. Er hatte nicht nur einen Durchschuss, sondern auch noch einen Schussbruch erlitten. In Lebensgefahr befand er sich nicht.

Großsuche

100 Exekutivkräfte beteiligten sich an der Suche nach dem Flüchtigen. In der Wulzendorfstraße wurde ein Mann von einer Kripostreife angehalten, auf den die den Umständen entsprechende vage Personsbeschreibung passte. Der vermutlich illegal in Österreich aufhältige Mann gab einen falschen Namen an und erklärte sich bereit, einen Ausweis zu holen. Plötzlich schlug der 24-Jährige, dessen Identität vorerst nicht feststand, auf die beiden Kriminalisten ein und lief er davon. Ein Beamter drohte mit Waffengebrauch, dann stoppte er den Mann durch einen Oberschenkelschuss.

Möglicher Täter mittlerweile verhaftet

In der Donaustadtstraße wurde gegen 21.45 Uhr schließlich ein 34-jähriger Mann aus Ottakring festgenommen. Es handelt sich vermutlich um den Gesuchten. "Es weisen viele Indizien und eine Aussage eines Beamten darauf hin", berichtete Geiger. Klarheit soll eine so genannte Schusshanduntersuchung bringen, mit dem Ergebnis wurde nicht vor Donnerstag gerechnet. Die Spurensicherung begann unterdessen mit der Durchsuchung des sichergestellten Autos des 34-Jährigen. (APA)

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