Trauerfeier für im Irak getöteten "Focus"-Reporter

15. April 2003, 21:23
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Chefredakteur Markwort: Liebigs "Thema waren die Menschen im Krieg, mit und ohne Uniform"

Mit einer Trauerfeier haben 600 Journalisten, Freunde und Familienangehörige am Dienstag in München Abschied von dem im Irak getöteten Journalisten Christian Liebig, dem Korrespondenten des deutschen Nachrichtenmagazins "Focus", genommen. Der 35-Jährige war vor einer Woche in einem Lager der US-Army von einer irakischen Rakete getötet worden. "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort würdigte Liebig als besonnenen und humanitär orientierten Reporter. Seine Lebensleistung werde ein Vorbild werden.

"Schreibtischhelden und Studioschwätzer"

"Ohne seine Arbeit und die Arbeit der anderen 'embedded journalists' hätte die Weltöffentlichkeit vieles über diesen Krieg nicht erfahren", sagte Markwort und wies die Kritik vieler "Schreibtischhelden und Studioschwätzer" zurück. Liebig habe unabhängig und authentisch berichtet und stets geprägt von einem menschlichen Ton. "Er war kein Panzerzähler. Sein Thema waren die Menschen im Krieg, mit und ohne Uniform", sagte der Chefredakteur. Liebig werde in den Herzen weiterleben "als zuverlässiger Kollege und lachender Freund".

Liebig hatte die 3. US-Infanteriedivision von Kuwait bis Bagdad begleitet, war aber bei einem Vorstoß von Panzern ins umkämpfte Stadtzentrum in einem Versorgungslager zurück geblieben, weil ihm dies sicherer schien. Dort wurde er zusammen mit einem spanischen Kollegen und drei US-Soldaten am Montag vergangener Woche von einer irakischen Rakete getötet.

An der Trauerfeier in der Münchner Residenz nahmen auch US-Generalkonsul Robert Boehme, der bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser und der Verleger Hubert Burda teil. (APA/AP)

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    Porträt von Liebig, "Focus"-Chefredakteur Markwort.

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